Kabarett-Duo unterhält mit Betrachtungen über Mann und Frau

Kriszti Kiss und Stefan Keim in der Alten Druckerei.
Kriszti Kiss und Stefan Keim in der Alten Druckerei.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Schauspielerin Kriszti Kiss und der Journalist Stefan Keim glänzten in der Alten Druckerei mit ihrem Programm „Man steckt nicht drin“.

Herne..  „Man steckt nicht drin“ nennen Kriszti Kiss und Stefan Keim ihr Kabarettprogramm, in dem sie am Dienstagabend in der Alten Druckerei die Facetten des Zusammenlebens von Mann und Frau unter die Lupe nahmen. Quirlig, kurzweilig, unterhaltsam – alle diese Attribute passen zu ihrem Programm, das hinter vordergründiger Situationskomik mit Augenzwinkern und subtiler Ironie dem Zeitgeist nachspürt.

Die ungarische Schauspielerin Kriszti Kiss und der Journalist Stefan Keim schlüpfen dabei in die unterschiedlichsten Rollen: Ein altes Ehepaar findet zähneknirschend wieder zusammen, weil sie sich nicht einigen können, wer den Hund Bodo übernimmt; in einer anderen Nummer checken sie gegenseitig ihren erotischen Wert auf dem Partnermarkt – in Schulnoten. Die Kriterienliste nimmt den ganzen Körper gnadenlos ins Visier und schwenkt blitzschnell um zu einem Lob auf die zahllosen Abhilfemöglichkeiten, die die moderne Medizin gegen körperliche Unzulänglichkeiten und Alterserscheinungen anbietet. Während Stefan Keim seinen Marktwert durch die sofort unter Beweis gestellte Option „Man müsste Klavier spielen können“ zu steigern versucht, läuft Kriszti Kiss in einem Song zu Hochform auf, in dem sie über Botox und Lidstraffungen ins Schwärmen gerät – und über ihren Doc. „Bei ihm werd’ ich schön“ blüht ihre dunkel timbrierte, volltönende Stimme in einem umgetexteten Schlager auf – und auch gegen Depressionen hat er sofort ein Mittel parat: Silikon. Auch in der Politik wird im Medienzeitalter die erotische Ausstrahlung immer wichtiger, findet sie: „Kussdiplomatie ist purer Sex, eine Kooperation ist immer auch irgendwie eine Kopulation.“ In einer urkomischen und doch irgendwie beklemmenden Parodie illustriert sie, wie ein moderner Politiker mit einem Kuss-Coach arbeitet, um die diversen Begrüßungszeremonien mit Wangenküssen zu bewältigen. Zum Üben schlägt sie Silvio Berlusconi vor, der sich gerade etwas dazuverdienen möchte und viel Erfahrung mitbringt. Eine Neuinterpretation von Fausts Begegnung mit Margarethe im Ententeich und die zweifelhafte Karriere einer Reinigungsfachkraft, die sich ihr bei der Arbeit erlangtes intimes Wissen in Aktienpaketen vergolden lässt, runden ein kabarettistisches Feuerwerk ab.