Junge Leute schaffen Lebensraum für Tiere

Die Herner Tierschutzjugend veranstaltete am Samstag eine Vogelschutzaktion im Ökogarten.
Die Herner Tierschutzjugend veranstaltete am Samstag eine Vogelschutzaktion im Ökogarten.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Trotz des aufgeweichten Bodens und der ständigen Schauer setzten fleißige Helfer im Herner Ökogarten der Tierschutzjugend neue Pflanzen.

Herne..  Der Boden ist von den Regenfällen noch aufgeweicht und am Horizont türmen sich schon die nächsten Wolken. Trotzdem steht Frank Freisewinkel beim alljährlichen Aktionstages mit anderen Helfern im Ökogarten der Herner Tierschutzjugend an der Industriestraße . „Das Wetter ist nicht ideal“, gibt der Vorsitzende der Tierschutzjugend zu und fügt an: „Trotzdem muss der Garten gepflegt werden.“ Ergriffe die Tierschutzjugend keine Pflegemaßnahmen, würde der Garten verbuschen und der Lebensraum vieler einheimischer Tiere sei gefährdet.

Bewusstsein für die Umwelt

Um Vögeln, die nicht wie Meisen in Höhlen brüten, genügend Nistplätze und kleinen Tieren wie Igeln, aber auch Insekten Zufluchtsstätten zu schaffen, schichtet die Tierschutzjugend aus altem Gehölz Benjes-Hecken auf. Die Hecken bestehen aus altem Gehölz, das von den Obstbäumen aus dem Garten stammt. Wer selbst öfter im Garten arbeitet, weiß, dass das Knochenarbeit ist. „Die Bereitschaft, etwas für die Umwelt zu tun, nimmt bei den meisten Jugendlichen ab, sobald sie mit körperlicher Arbeit verbunden ist“, sagt Freisewinkel. Die Tierschutzjugend versuche, besonders durch solche Aktionstage ein neues Bewusstsein für Natur und Umwelt zu schaffen. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen ein gewisses Gefühl der Eigenverantwortung entwickeln“, so Freisewinkel, „es geht nicht nur darum das Richtige zu tun, sondern Hintergrundwissen und Überzeugung zu haben.“ Es sei jedes Jahr zu beobachten, wie erstaunt die Kinder und Jugendlichen seien, wenn die Tierschutzjugend eigenen Apfelsaft herstellt. Denn der schmecke besser und sei viel gesünder als Saft aus der Packung.

Nach dem Aufschichten der Benjes-Hecken bewaffnen sich die Helfer mit Spaten und Heckensetzlingen. Frank Freisewinkel erklärt was zu tun ist: „Zuerst wird ein Loch ausgehoben, in das der Setzling gelegt wird. Die Wurzeln müssen dann mit der Erde großzügig bedeckt werden.“ Unter anderem werden Ebereschen, Hainbuchen, Weißdorne, Schlehen, Hartriegel und Kornelkirschen als Nistplätze für Vögel gepflanzt. „Exotische Hecken, die ordentlich aussehen und jede Woche gestutzt werden, nutzen der heimischen Tierwelt nicht, sondern tragen nur noch mehr zum Artenverlust bei“, erklärt Frank Freisewinkel. Nur einheimische Pflanzen nähmen die Vögel an.

Seit 30 Jahren ist Frank Freisewinkel schon im Naturschutz tätig. Die Aktionstage sieht er mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Auf der einen Seite freue ich mich, wenn ich sehe, wie Kinder und Jugendliche mit anpacken, um was für den Naturschutz zu tun. Auf der anderen Seite ist es traurig, dass es immer die gleichen Leute sind“ - obwohl Naturschutz alle angeht.