Jugendkunstschüler zeigen Werkschau in der VHS-Galerie

Jan Hendrik Baumert (l.) und Bilal Tinmelal mit Tierporträts.
Jan Hendrik Baumert (l.) und Bilal Tinmelal mit Tierporträts.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Jugendliche aus den Werkstätten haben sich mit einer Vielzahl künstlerischer Ausdrucksformen auseinandergesetzt.

Herne..  Überdimensionale Wurzeln in klaren, leuchtenden Farben wachsen von der Decke in das Foyer der Volkshochschule Wanne. Organisch anmutende Gebilde, der Natur abgeschaut. Inspiriert von „Alice im Wunderland“ haben Jugendliche aus den Werkstätten der Jugendkunstschule (JKS) aus einem Stretch-Stoff Schläuche genäht, sie mit Styropor gefüllt und mit Farbe bemalt. Eine imposante Installation unter vielen anderen bemerkenswerten Arbeiten.

„Ich bin immer wieder überrascht, was die Jugendkunstschüler aus unseren Räumen machen“, freute sich gestern zur Eröffnung die VHS-Programmbereichsleiterin Angelika Mertmann über die elfte Ausstellung der JKS in ihrer „Galerie“, die durch die Höhe und die Glasfront zum Innenhof ideale Bedingungen biete, wie sie findet.

Räumlichkeiten genutzt

Die Glasfenster nutzte zum Beispiel die Gruppe von Joanna Machura. Die Jugendlichen betteten Blätter zwischen Plastikfolien und illustrierten so den Kontrast zwischen Natur und Verpackung. Auch die „Schattenbilder“ aus Holzfaser sind an das Glas angelehnt. Die Jugendlichen haben mit Torsten Kropp Umrisse gezeichnet, die Silhouette dann ausgeschnitten und versetzt oder spiegelverkehrt farbig lackiert auf den Rahmen aufgebracht.

Unter Anleitung von Torsten Kropp entstanden auch die Tierporträts auf Europaletten. Von Bilal (21) stammt das Zebra. „Ich habe viel gelernt dabei“, sagt er, „aber bei den Ohren war ich kurz davor aufzugeben.“ Mit etwas gutem Zureden seitens des Dozenten klappte es dann doch. Andere zeichneten Hase oder Leopard. „Wenn man will, schafft man das“, sagt Dora (17).

Heike Sommer hat mit den Jugendlichen die Wurzeln realisiert und ein weiteres ebenso farbiges Projekt: Wandbilder in Quilling-Technik. Eng zusammengerollte Streifen bunten Tonpapiers werden in einem Quadrat so angeordnet, dass ein Wort mit vier Buchstaben entsteht. Nach dem Vorbild des bekannten „LOVE“ steckten die Jugendlichen ähnliche Begriffe wie PAIN, HATE oder FEAR. „Self made stories“ heißt die Arbeit.

Die Quillinge haben auch Dennis (20) für viele Stunden beschäftigt. Er will Koch werden, war aber künstlerisch vor her nicht unterwegs. „Man muss sich begeistern und hinreißen lassen“, ist heute seine Erfahrung, „offen sein für alles“. Dann mache es auch Spaß. Das hat Max (19) besonders bei dem „Land Art“-Projekt erlebt. Aus Steinen, Stöcken und Gräsern hat er ein Gesicht gelegt, andere haben z.B. einen Hirsch geformt, dann wurde das Ganze fotografiert. Dass er draußen sein konnte und seiner Fantasie freien Lauf lassen, hat Max besonders gefallen.

Gut kam bei den Jugendlichen auch der Flieger an, der sie mit René Schuster aus Styrodur gebaut haben. Ein Teil der 150 Exemplare des „Fliegenden Fisches“ soll übrigens noch beim Herkules-Fest am Wochenende zum Einsatz kommen.

Die Werkschau 2015 der Jugendkunstschule ist bis zum 7. Juli im Haus am Grünen Ring, Wilhelmstraße 37, zu sehen.

Die Arbeiten entstanden in den Werkstätten der Jugendkunstschule an der Hauptstraße, in denen seit 1977 mit Jugendlichen zwischen Schule und Beruf kreativ gearbeitet wird, meistens über ein Jahr.