Jörg Glaubig kocht heute bei Vox um die Wette

Die Chefs v.li: Christian Lohse, Christian Jürgens und Holger Bodendorf.
Die Chefs v.li: Christian Lohse, Christian Jürgens und Holger Bodendorf.
Foto: Vox
Was wir bereits wissen
Der Inhaber des Bistros „Chefkoch“ in Wanne-Nord tritt gegen 80 Konkurrentenum 100 000 Euro Preisgeld an. Am Dienstag beginnt die Kochshow.

Es ist eine unscheinbare Adresse, die so gar nicht darauf schließen lässt, wie edel dahinter gebrutzelt wird, außer das Namensschild vielleicht: „Zum Chefkoch“ heißt das Bistro an der Hauptstraße in Wanne-Nord, das Jörg Glaubig mit seiner Ehefrau Marion (63) vor zweieinhalb Jahren eröffnete. Jetzt kommt der 67-Jährige ganz groß raus, heute Abend ist er in der Kochshow „Game of Chefs“ um 20.15 bei Vox zu sehen.

Glaubig, der Ur-Wanner, kann bei dem Kochwettbewerb mit 80 Profi- und Hobbyköchen 100 000 Euro gewinnen, wenn er auf dem Siegertreppchen landet. Die Kochshow ist ein ganz neues Format im deutschen Fernsehen. „Es ist ein hochkarätiger Wettbewerb, bei dem auf sehr hohem Niveau gekocht wird“, erklärt die Sprecherin der Produktionsfirma der zwölfteiligen Sendereihe, Katrin Spietz von ITV, im Gespräch mit dieser Zeitung. Und bittet um größtmögliche Verschwiegenheit, was den weiteren Verlauf der bereits vollständig abgedrehten Serie angeht. Es solle für die Zuschauer spannend bleiben bis zum Schluss. Deshalb ist auch Glaubig dazu verdonnert worden, nicht zu sagen, was er sozusagen weiterhin: auf der Pfanne hat.

Beim Casting in Köln servierte Glaubig Rinderfilet mit Schokoladen-Brombeersauce an frischen Steinpilzen und Kartoffelpüree. Den Experten bei der Blindverkostung schmeckte es einfach köstlich. Danach musste Glaubig etliche Male nach Potsdam ins Filmstudio reisen und dort drei namhaften Chefköchen zeigen, was er drauf hat. Mehr lässt sich nicht sagen, als dass Christian Jürgens (Dreisternekoch vom Tegernsee), Holger Bodendorf (ein Stern, Sylt) und Christian Lohse (zwei Sterne, Berlin) von Glaubigs Genüssen angetan waren.

Glaubig ist der älteste Teilnehmer der Kochshow, und man kann nur sagen „Respekt“, wenn man weiß, wie hart es ihn vor einigen Jahren gesundheitlich traf: „Ich hing nach einer schweren Lungeninfektion in der Karibik am seidenen Faden, die Ärzte hatten mich schon aufgeben und zum Sterben nach Hause geschickt“, sagt Stehaufmännchen Glaubig. Völlig verzweifelt habe seine Frau einen Reiki-Experten zur Hilfe geholt, und danach ging es wieder aufwärts: „Ich glaube eigentlich gar nicht an sowas, aber anscheinend hat es etwas bewirkt.“

Heute kocht er wieder manchmal bis zu 17 Stunden am Tag, und sein Bistro brummt, vor allem über die Mittagszeit: „Dann sind hier alle Tische besetzt, und draußen finden Sie kaum einen Parkplatz“, freut sich der Kochshow-Teilnehmer. Er will so lange weiterkochen, wie es geht und sagt: „Ich will der Jopi Heesters von Wanne werden.“