Jecken schunkeln auf Gebetsbänken

Die Narrenkappe in der Kirche, sie ist eher ein seltenes Bild – gleiches gilt wohl für schunkelnde Besucher auf Gebetsbänken. Fröhlich und gleichsam nachdenklich stimmte der erste karnevalistische Gottesdienst in der Kreuzkirche.

Lange hegte Hilmar Born, 2. Vorsitzender der Herner Karnevalsgesellschaft (HeKaGe), den Wunsch, innerhalb der Session einen Gottesdienst auf die Beine zu stellen. „Ich habe das mal in Kevelaer am Niederrhein gesehen und war begeistert“, so Born. „Versuch das doch mal“, lautete die Antwort von HeKaGe-Präsident Klaus Mahne auf die Frage, was er von der Idee hielte. Rasch stellte er den Kontakt zu Pfarrerin Katja Lueg her. Sie war es auch, die die Jecken durch den Gottesdienst führte. So gab es gleich zu Beginn das Sessionslied der Karnevalisten zu hören, begleitet von festlichen Orgelklängen. Mit herzlichen Worten empfing die Pfarrerin die Gemeinde: „Eine so bunte Gemeinde sitzt hier doch eher selten.“ Dass sich Karnval und Gottes Zuspruch nicht ausschließen, da war sich die Geistliche sicher: „Gott hat uns doch den Humor geschenkt“, stellte sie fest. Und so sang die Kirchengemeinde neben Vereinsliedern auch aus den Gesangsbüchern, die zuvor Bürgermeister Erich Leichner verteilt hatte. „Karneval, das ist ein bisschen wie im Paradies“, so die Pfarrerin. So fühlten sich auch vor dem Sturm auf das Rathaus die rot-weiß-grünen Jecken beim Singen der Hymne „Herne Helau.“ Darauf ein Halleluja.