Jazz-Trio Hotz & Co. beschwört den Charme der Südstaaten

Das Jazz-Trio Hotz & Co. in der Alten Druckerei.
Das Jazz-Trio Hotz & Co. in der Alten Druckerei.
Foto: FUNKE Foto Services

Herne..  Sie sind ein phantastisches Ensemble, in dem jeder Musiker dennoch seine eigene Handschrift hat: Wenn Rainer Lipski am Flügel, Schlagzeuger Dirk Ferdinand und Kontrabassist und Moderator Norbert Hotz ihre minimalistischen und doch so raffinierten Arrangements spielen, entführen sie in die Welt des Ragtime und Swing der 20er und 30er Jahre. Klare Diktion gibt hier den Ton an, ungezwungen perlen die Noten, selbst die vertracktesten Rhythmen kommen mit ungezwungener, selbstverständlicher Leichtigkeit daher.

Im weichen, stimmungsvollen Licht der Alten Druckerei beschwören die Musiker mit Klassikern von Duke Ellington, Ray Charles, Steve Wonder und Horace Silver den Charme und die Faszination der amerikanischen Südstaaten und ihres Zentrums New Orleans. Eine helle, unruhige Klaviermelodie perlt zu dezent akzentuierenden Drums, die den Swingcharakter von Ray Charles’ „Them That Got“ hervortreten lassen.

Den revolutionären Bebop greift das Trio mit „My little Suede Shoes“ von Charlie Parker auf; der ganze nostalgische Zauber des Swing wird in der Interpretation von Duke Ellingtons „In a sentimental mood“ lebendig: Aus in sich kreisenden Klaviermotiven kristallisiert sich im dezidierten, minimalistischen Spiel von Rainer Lipski eine vor sich hin träumende Melodie heraus, die Schlagzeuger Dirk Ferdinand mit dezenten, lautmalerischen Drums unterstreicht.

Eine musikalische Humoreske in peppigem Off-beat ist der Jazzstandard „Pennies in Heaven“, beschwingt und fetzig interpretieren die Musiker auch Horace Silvers „The Preacher“. In Duke Ellingtons „Don’t get around much any more“ wühlt sich Pianist Rainer Lipski mit verhaltener Leidenschaft in das umtriebig-swingende Thema hinein; auch in Steve Wonders „Superstition“ überzeugen Hotz & Co mit ihrem hektisch-pulsierenden Sound, der die fiebrige Stimmung des Jazz so gut trifft.