Interesse locken mit Formel 1
09.03.2008 | 18:48 Uhr 2008-03-09T18:48:20+0100Agentur für Arbeit will Herner Schüler für Technik begeistern und damit etwas gegen den Fachkräftemangel in der Wirtschaft unternehmen. Gesucht werden Interessenten im Alter bis zu 18 Jahren
Die Agentur für Arbeit will Herner Schüler für Technik begeistern. Das soll Anreize geben, sich später in diesem Wirtschaftsbereich ausbilden zu lassen und den Fachkräftemangel möglichst nicht allzu groß werden zu lassen. Was wäre da geeigneter als ein Projekt zum Bau eines schnittigen Formel-1-Rennwagens, freilich im Miniaturformat . . .
In Bochum ist ein solches Projekt bereits gelaufen. Schüler des Goethe-Gymnasiums und der Hellweg-Schule konstruierten am Computer ein dreidimensionales Rennwagenmodell, frästen es aus einem Stück Balsaholz, lackierten es und schickten das Rennauto schließlich mit CO2-Antrieb auf die Piste. Im bundesweiten Wettbewerb "Formel 1 in der Schule" waren neben Technologie auch Präsentation und Sponsorengewinnung gefragt - alles Bereiche, in denen sich die Schüler zuvor mit Hilfe des Bochumer Innovationszentrums Schule-Technik (IST) schlau gemacht hatten. "Goethe" landete unter 17 Endrunden-Teams auf dem zweiten Rang, verpasste nur knapp die Qualifikation für die Weltmeisterschaft der Schülerteams auf der Formel-1-Strecke in Kuala Lumpur (Malaysia).
Nun wollen die Geldgeber - Agentur für Arbeit, MINT-Stiftung des Arbeitgeberverbandes Metall und NRW-Innovationsministerium - das Projekt in Herner Schulen tragen. Motivation hierfür ist der wachsende Fachkräftemangel im Maschinenbau und in der IT-Branche. Dr. Ralph Angermund, Referatsleiter im Pinkwart-Ministerium, skizzierte den diesbezüglichen Personalbedarf unlängst in Bochum: "Gegenwärtig fehlen allein in NRW 10 500 Ingenieure. Und bis 2013 werden bundesweit weitere 85 000 in Rente gehen. Aber 64 Prozent der Schüler haben eine Abneigung gegen Technik - ohne so recht zu wissen, was das eigentlich ist."
Das Bochumer IST soll das Formel-1-Projekt nun Herner Schülern schmackhaft machen. Mitmachen können Teams mit drei bis sechs Schülern im Alter von elf bis 18 Jahren. "Der nächste Wettbewerb startet Anfang des neuen Schuljahres", so Projektleiter Klaus Trimborn. Optimal sei es, wenn eine Schülergruppe Begleitung durch einen Fachlehrer ihrer Schule erhalte. Wenn sich keiner findet, übernimmt IST die Betreuung.
Gruppen, die sich anmelden, bekommen vom IST zunächst eine Schulung für die 3-D-Konstruktionssoftware, mit der der Mini-Bolide entworfen werden soll. Interessanterweise hat der Herner Software-Hersteller ISAP bereits eine Schulpartnerschaft mit dem Pestalozzi-Gymnasium. Die Schüler, für die IST bei Bedarf immer ansprechbar bleibt, bekommen die Software kostenlos und leisten die Projektarbeit in ihrer Freizeit. Zeit muss also eingebracht werden - vor allem, wenn am Ende auch Erfolg im Wettbewerb stehen soll. "Man muss schon am Ball bleiben", appelliert Trimborn an eine Tugend, die später auch im Berufsleben wichtig sein dürfte.
Info und Anmeldung: www.formel1-in-der-schule.de; Tel: 0234/38870225; info@ist-bochum.de
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