Insel der Glückseligkeit
27.02.2008 | 19:32 Uhr 2008-02-27T19:32:38+01002007 sind in Herne weniger Menschen im Straßenverkehr verunglückt als im Jahr davor.Polizeipräsident Thomas Wenner freut sich erneut über die positive Spitzenstellung seiner Behörde
Die Zahl der bei Verkehrsunfällen in Herne verunglückten Menschen ist 2007 gegenüber dem Jahr davor zurückgegangen, die der Getöteten von sechs auf zwei gesunken. Zudem sind weniger Kinder betroffen gewesen: Dieses positive Fazit hat gestern der Bochumer Polizeipräsident Thomas Wenner gegenüber der WAZ gezogen; auch wenn die Summe der Verkehrsunfälle insgesamt von 4425 auf 4477 zugenommen hat.
Thomas Wenner bezeichnet seine Behörde, die für die Städte Bochum, Witten und Herne zuständig ist, als "Insel der Glückseligkeit". Der Präsident fügt hinzu: "Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall zu verunglücken, ist bei uns so gering wie sonst nirgendwo in Nordrhein-Westfalen." Nicht ohne Stolz verweist er, wie schon in den zurückliegenden Jahren, auf die Liste mit den sogenannten Verunglücktenhäufigkeitszahlen (VHZ), die die jeweiligen Opfer auf 100 000 Einwohner hochrechnet und auf diese Weise einen seriösen Vergleich ermöglicht. So beträgt diese VHZ in Bochum mit Witten und Herne 317,7, während sie beispielsweise in Gelsenkirchen bei 427,3 liegt. Das ganze Land Nordrhein-Westfalen bringt es auf exakt 442,0. An dieser Stelle ein Hinweis für Statistikfreunde: Während die Zahl der Einwohner im Kreispolizeibezirk seit 1960 um rund 100 000 abgenommen hat, ist die der zugelassenen Kraftfahrzeuge um nahezu 300 000 gestiegen.
Aber die Polizei macht sich auch Sorgen. So hat es im zurückliegenden Jahr im Bezirk insgesamt 13 Verkehrstote gegeben; zwei mehr als 2006. Acht der Getöteten waren Senioren, die als Fußgänger unterwegs waren. Überhaupt, die Verkehrsteilnehmer ab 65 aufwärts: Manfred Kibbas, Leiter der Direktion Verkehr im Bochumer Präsidium, weiß Alarmierendes. "Sobald Senioren an einem Unfall beteiligt sind, handelt es sich meist auch gleichzeitig um die Verursacher", weiß der Beamte, um zugleich zu gestehen: "Ein schwieriges Thema, denn natürlich wissen auch wir, dass Menschen gerade im Alter mobil sein wollen." Und auch das passt nicht so ganz ins weitestgehend freundliche Bild: Die Anzahl der Unfälle "mit Flucht" und zugleich Personenschaden nahm zu, während die Aufklärungsquote um etwas mehr als zehn Prozent auf knapp 61 zurückging; speziell in Herne sogar um 22,64 auf 44,12 Prozent.
Als Unfallschwerpunkt Nummer eins hat die Polizei übrigens den Kreuzungsbereich Holsterhauser/Dorstener Straße identifiziert. 2005 und 2006 hatte es dort jeweils fünfmal schwerwiegend geknallt; 2007 allerdings gleich in neun Fällen. Außerdem vorrangig auf der Liste: Hammerschmidtstraße/Am Stöckmannshof, Holsterhauser Straße/Regenkamp, Bochumer Straße/Westring/Hölkeskampring und Westring/Cranger Straße/Bahnhofsplatz.
07:57
Die seit Monaten nicht fertiggestellte Holsterhauser Straße fast in der Innenstadt (da stehen Warnbaken in der Gegend herum und die Fahrbahnmarkierungen fehlen) verwirrt viele Autofahrer. Keiner weiß, wo er fahren soll, weil die Orientierung fehlt. Eine Schlamperei!
07:30
Wer die Ampelschaltung und Verkehrsführung an der Kreuzung Dorstener Straße/Holsterhauser Straße (bereits vor etlichen Jahren) geplant hat, sollte umgehend seines Amtes enthoben werden. Denn mit diesem Meisterwerk beweist er/sie, dass er/sie von Verkehrsplanung nichts versteht!
07:14
Brandgefährlich ist die Ecke Sodinger Straße/Wiescherstraße. Wer vom Krankenhaus kommt und in Richtung Westring abbiegt, muss höllisch auf den Gegenverkehr aus der Hermann-Löns-Straße aufpassen und dann auch noch die Fußgänger im Blick haben, die gleichzeitig Grün haben und durch die Ampel auf der Mittelinsel besonders in der dunklen Jahreszeit oft nur schwer erkennbar sind. Beinahunfälle mit Fußgängern kann man täglich beobachten und krachen tut’s auf der Kreuzung auch oft.