Innenstädte haben Zukunft - so die Botschaft in Herne

(Auch) Die Bahnhofstraße hat Zukunft! Innenstadtexperte Norbert Hoffmann entwarf am Mittwochabend in der Alten Druckerei ein optimitisches Bild.
(Auch) Die Bahnhofstraße hat Zukunft! Innenstadtexperte Norbert Hoffmann entwarf am Mittwochabend in der Alten Druckerei ein optimitisches Bild.
Foto: WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Innenstadtexperte Norbert Hoffmann referierte in der Alten Druckerei über die Zukunft des Einzelhandels.

Herne..  „Wir sind dafür verantwortlich, dass die Innenstadt belebt wird“, sagt Norbert Hoffmann am Mittwochabend in der Alten Druckerei. Die Interessengemeinschaft Herne City und die IHK Mittleres Ruhrgebiet hatten zu dieser Veranstaltung eingeladen, um ihre Mitglieder über eine zukunftsorientierte Innenstadtentwicklung zu informieren.

„Es geht heute nicht darum fertige Lösungen zu präsentieren, sondern darum, Impulse zu setzen“, sagte Nobert Hoffmann, Geschäftsführer von e5Marketing. Das Unternehmen betreut sowohl Kommunen in allen Fragen der Stadt- und Innenstadtentwicklung als auch den Einzelhandel in der Entwicklung von Geschäftskonzepten.

Bevor man sich Gedanken über die Einzelhandelsentwicklung machen könne, müsse man sich die Entwicklung des Zusammenleben anschauen, so Hoffmann. Dazu präsentierte er zwölf Trends, die nach seiner Einschätzung das Leben und damit Stadt, Innenstadt und Handel in Zukunft prägen.

Der Bedeutungsverlust der Innenstädte in den 90er Jahren sei gestoppt worden. Die Innenstädte hätten zuletzt enorm an Bedeutung gewonnen: „Das heißt, dass Innenstädte Zukunft haben.“ Die Entwicklung der Alltagskultur sei ein wesentlicher Punkt; schließlich bräuchten Menschen öffentliche Orte, an denen sie sich gerne aufhalten. „Jedes Stadtteilzentrum ist gefordert, einen Kiezcharakter zu entwickeln“, so sein Appell.

Auch die Liebe zur Heimat sei ein Trend. „Die Rückkehr der lokalen Autokennzeichen ist ein Beispiel dafür, dass die eigene Region an Bedeutung gewinnt“, sagte Hoffmann. Als einen weiteren Trend stellte er einen wachsenden Anspruch der Verbraucher an den Service heraus. Ein aus dem Internet „anerzogener“ Anspruch, der sich beispielsweise in dem Zurückschicken von Paketen äußere, habe sich aufs tägliche Leben übertragen. „Wir müssen es als Händler schaffen, diesem Anspruch gerecht zu werden“, sagte Hoffmann. Dabei spiele auch die Ästhetik eines Geschäfts eine Rolle. „Niemand geht gerne in einem Restaurant essen, das von außen schmuddelig aussieht“, so der Referent. Als einen weiteren Trend machte er aus, dass das Einkaufen immer mehr als Freizeitgestaltung angesehen wird.

Aufbauend auf diese Trends gelte es, Innenstädte neu zu definieren. „Künftig haben Innenstädte nicht mehr eine zentrale Einkaufsfunktion, sondern sie versorgen die Menschen mit Leben.“ Daher seien die Händler Verantwortungsträger, die ihre Stadt gestalten müssten. Es gelte, die Innenstadt als Treffpunkt und Wohlfühlort zu formen; dafür brauche es soziale Räume und Atmosphäre. „Wenn ein gewisses Ambiente geboten wird, kommen die Leute auch“, so Hoffmann. Denn: „Innenstadt ist Leben, Heimat und Geborgenheit.“

Einzelhandel ist wichtigste Einkaufsquelle

In seinem Vortrag in der Alten Druckerei verdeutlichte Norbert Hoffmann (e5marketing) die Stellung des örtlichen Handels. Dieser stelle für zwei Drittel der Konsumenten die wichtigste Einkaufsquelle dar: „Es werden elf Mal mehr Einkäufe online vorbereitet und stationär getätigt als umgekehrt“, berichtete der Geschäftsführer.

Der Onlinehandel diene zwar immer als Argument, wenn ein Geschäft schließen müsse, so der Innenstadt-Experte. Die Händler müssten jedoch bei sich selbst nach Gründen suchen. „Größtenteils muss ein Geschäft dann schließen, wenn handwerkliche Fehler begangen werden oder keine Nachfolger gefunden werden“, sagte Hoffmann.