In Wanne-Süd sollen 35 alte Silberlinden fallen

Entlang der Hauptstraße in Wanne-Süd sollen 100 Jahre alte Silberlinden fallen. Hans-Jürgen Kuhl und Mechthild Donné von Stadtgrün Herne erklärten, warum.
Entlang der Hauptstraße in Wanne-Süd sollen 100 Jahre alte Silberlinden fallen. Hans-Jürgen Kuhl und Mechthild Donné von Stadtgrün Herne erklärten, warum.
Foto: Bodemer, FUNKE Medien Service
Was wir bereits wissen
Stadtgrün Herne hat sich zu einer radikalen Lösung entschlossen: Entlang der Hauptstraße in Wanne-Süd sollen 35 alte Silberlinden fallen.

Wanne-Eickel..  Sie haben zwei Weltkriege überstanden, den Wiederaufbau, diverse Umbauten und nicht zuletzt den verheerenden Pfingststurm Ela im vergangenen Jahr. Doch nun sollen sie weg: 35 Silberlinden entlang der Hauptstraße in Eickel. Bislang säumen sie dort die Strecke von der Reichsstraße bis zur Kurhausstraße, vorbei am Sportpark, der Zwölf-Apostel-Kirche, Polizei und Amtsgericht sowie der Löwenkirche. Nicht einmal „Ela“ sei der Auslöser gewesen für den Entschluss, die Bäume zu fällen, so Hans-Jürgen Kuhl. „Wir diskutieren das seit zwei, drei Jahren“, sagte der Leiter von Stadtgrün gestern bei einem Termin vor Ort.

Viele der Linden wiesen schwere Schäden auf, erklärt Mechthild Donné, bei Stadtgrün zuständig für die Bäume in Herne und Wanne-Eickel. Die Kronen seien nicht mehr in Ordnung, manche Bäume glichen Gerippen mit Ästen, die immer wieder gestutzt werden mussten oder herausgebrochen seien. „Im Sommer sieht man, dass die Blätter nur noch ganz klein sind, der obere Bereich gar nicht mehr belaubt ist.“ Immer wieder gebe es Probleme durch abgebrochene Äste und Zweige, die auf die Oberleitung der Straßenbahn fielen oder um die Leitungen herum wüchsen. Nicht zuletzt seien auch bei den Bauarbeiten für die Beschleunigung der L306 Wurzeln beschädigt worden. Und Ela habe dann auch noch ihr Werk getan. Für weitere Stürme böten die Bäume eine große Angriffsfläche.

Nachpflanzung geplant

Es sei auch diskutiert worden, abschnittsweise die Bäume zu fällen und nachzupflanzen, so Hans-Jürgen Kuhl. Doch dann sei die Chance für den Aufbau einer neuen Allee mit einem einheitlichen Bild entlang der Hauptstraße vertan: „Wir hätten ein Sammelsurium von unterschiedlich alten Bäumen.“ Stehen bleiben sollen lediglich die Exemplare, die vor einigen Jahren im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen für die Beschleunigung der L306 gepflanzt wurden.

Vergangene Woche habe mit Mitgliedern der Bezirksvertretung Eickel ein Ortstermin stattgefunden, berichtete Kuhl. Alle Teilnehmer wären der Argumentation von Stadtgrün gefolgt. Am 5. März steht das Thema auf der Tagesordnung bei der Sitzung der Bezirksvertretung. Stimmt das Gremium zu, sollen die Bäume ab Ende März/April gefällt werden. Dazu sind auch Absprachen mit der Bogestra nötig, weil die Arbeiten sich auf den Betrieb der Straßenbahnlinie auswirken. Im Anschluss an die Fällung soll nachgepflanzt werden; allerdings werden es weniger Bäume sein, als jetzt dort stehen. „Wir werden voraussichtlich wieder Linden setzen, aber eine andere Art“, so Mechthild Donné.