In Herne soll ein „Bündnis für Wohnen“ geschmiedet werden

An der Kantstraße, in der Nähe der Akademie Mont-Cenis, hat die HGW ein neues Wohnquartier geschaffen.
An der Kantstraße, in der Nähe der Akademie Mont-Cenis, hat die HGW ein neues Wohnquartier geschaffen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Politik, Verwaltung und Unternehmen der Wohnungswirtschaft könnten in diesem Jahr ein „Bündnis für Wohnen“ schmieden. Erste Eckpunkte stehen fest.

Herne..  Politik, Verwaltung und die Herner Unternehmen der Wohnungswirtschaft könnten noch in diesem Jahr ein „Bündnis für Wohnen“ schmieden. Gestern stellten die Beteiligten die Eckpunkte einer wohnungspolitischen Strategie vor, die sie Ende vergangenen Jahres gemeinsam entwickelt hatten.

Der Hintergrund: In der Vergangenheit standen an Stelle eines gemeinsamen Vorgehens viele „einzelne Bruchstücke“, so Anke Hildenbrand, Vorsitzende des Planungsausschusses. Seit zwei Jahren versuche man, die Probleme offen zu benennen und die Bruchstücke unter der Fragestellung „Was braucht die Herner Wohnungswirtschaft?“ zu bündeln.

Seien es Stellplatzprobleme, die Baumschutzsatzung, Schrottimmobilien, Unterkünfte für Flüchtlinge, die Entwicklung bestehender Quartiere, die Unterversorgung mit Wohnungen für behinderte oder alte Menschen oder Neubauprojekte: Das Thema Wohnen bietet eine Fülle von Themen und damit einher gehende Probleme.

Thomas Bruns, Geschäftsführer der Stadttochter HGW und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungswirtschaft, bewertet die Ergebnisse positiv. Herne stehe mit anderen Kommunen im Kampf um Einwohner und habe bisher meist verloren. „Ziel ist es, Lebensqualität für die Herner zu schaffen - aber auch für jene, die noch nicht da sind“, so Bruns. Nun seien die Grundlagen ermittelt. In der Zukunft müssten die definierten Ziele umgesetzt und mit Leben gefüllt werden. Dies gelte auch vor dem Hintergrund, dass die Wohnungswirtschaft lediglich auf 20 Prozent des Herner Wohnungsbestands Einfluss habe, weil sich die anderen 80 Prozent in Privatbesitz befänden.

Nach den Worten von Planungsdezernent Karlheinz Friedrichs dürfe sich ein Bündnis für Wohnen jedoch nicht auf wolkige Worte beschränken. Stattdessen müssten die Bedingungen verbindlich sein.

Ein möglicher zentraler Bestandteil dieses Bündnisses könnte eine Art Servicestelle für die Wohnungswirtschaft sein. Diese könnten Investoren quasi an die Hand nehmen und ihnen bei der Realisierung von Projekten Fragen beantworten und Wege ersparen.

Die Politik, das zeigte gestern Nachmittag die Sitzung des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung, begrüßt die Pläne einhellig. Siehe Ulrich Syberg, Sprecher der SPD in dem Gremium: Er verwies auf Nachbarstädte wie Recklinghausen, die mit vielen Neubaugebieten wuchern und deshalb Einwohner aus Herne abziehen könnten. Auch diese Stadt, betonte er, brauche neuen Platz zum Wohnen, daher sei das Bündnis für Wohnen „ein guter Weg“.