Immobilienverwalterin wegen Untreue von WEG-Konten verurteilt

Das Gericht hat entschieden: Eine Immobilienverwalterin ist am Landgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Das Gericht hat entschieden: Eine Immobilienverwalterin ist am Landgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Untreue und Urkundenfälschung – und als Auflage 200 Stunden gemeinnützige Arbeit: So lautet das Urteil gegen eine Immobilienverwalterin aus Herne. Sie hat das Geld von Wohnungseigentümern in die eigene Tasche geleitet.

Herne.. Das Vertrauen war groß – jetzt stehen mehrere Herner Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) vor einem Scherbenhaufen. Eine „untreue“ Immobilienverwalterin (49) ist am Dienstag am Bochumer Landgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

„Das ist der offenste und irrationalste Untreue-Fall, mit dem wir als Kammer jemals zu tun hatten“, sagte Richter Markus van den Hövel. Die Geschäftsführerin einer Herner Hausverwaltungsfirma und Anwaltsfrau hatte konsequent auf jede Form der Verschleierung verzichtet. Ungeniert plünderte sie zwischen 2007 und 2010 ein WEG-Konto nach dem anderen und beglich davon Stadtwerke-Rechnungen und private Steuerforderungen. Dass die Machenschaften irgendwann auffliegen müssen, lag auf der Hand. Richter van den Hövel: „Da hätte man sich auch gleich auf den Marktplatz stellen und lauthals rufen können: Hallo, ich veruntreue Gelder!“

WEG-Konten wurden nach und nach leer geräumt.

Laut Urteil beläuft sich der Schaden auf 92.622 Euro. Die anfangs angeklagten 200.000 Euro Schaden ließen sich nicht sicher feststellen. Zu den Opfern gehören Wohnungseigentümer an der Schaefer-, Dickebank-, Hammerschmidt- und Landgrafenstraße. Die WEG-Konten wurden nach und nach ratzekahl leer geräumt. Der höchste Einzelschaden entstand mit 51.000 Euro bei einer WEG in Horsthausen an der Eberhard-Wildermuth-Straße. Die Hoffnung auf Schadenwiedergutmachung: gleich null.

Im Prozess legte die bisher unbestrafte Verwalterin ein Geständnis ab und berief sich dabei auf eine berufliche und private Stress- und Überforderungs-Situation. Kurz vor dem Urteil hatte sie noch einmal selbst das Wort ergriffen und erklärt: „Ich möchte mich bei allen Geschädigten entschuldigen und sagen, dass es mir leid tut.“

Als Bewährungsauflage muss sie 200 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Das Urteil lautet auf Untreue und Urkundenfälschung.