Immer wieder montags
17.08.2010 | 18:03 Uhr 2010-08-17T18:03:00+0200
Herne.Seit sechs Jahren treffen sich Gegner der Hartz IV-Gesetzgebung zur Montagsdemo in der Herner Innenstadt.
Ein verregneter Montagabend in der Herner Innenstadt. Die Glocken der Bonifatiuskirche läuten zur vollen Stunde. Es ist 18 Uhr. Beim vierten Glockenschlag biegt ein Polizeiwagen aus der Neustraße in die Bahnhofstraße ein. Die zwei Beamten sind mit ihrem Wagen auf dem Weg zum Einsatz auf dem Robert-Brauner Platz – wie jeden Montag.
Seit sechs Jahren treffen sich Gegner der Hartz IV-Gesetzgebung zur Montagsdemo in der Herner Innenstadt. Ihre Forderung ist und bleibt unverändert: „Weg mit Hartz IV!“. Nachdem auch die Glocken der Kreuzkirche zur Ruhe gekommen sind, eröffnet Peter Weispfenning die Kundgebung zur Demonstration. Um den Moderator herum haben sich trotz strömenden Regens rund 20 Demonstranten versammelt. Sie alle haben am heutigen Abend die Gelegenheit, ihren Protest zu äußern.
„Hat es ‘was gebracht?“, fragt Weispfenning durch das Mikrofon in die Runde. Erreicht haben sie mit ihrem Protest bisher nichts. Die Hartz-Gesetze sind immer noch in Kraft und für Weispfenning und seine Mitstreiter sind sie immer noch die unbeliebtesten Gesetze, die der deutsche Staat vorzuweisen hat.
Hartz IV ist am 1. Januar 2005 unter der rot-grünen Regierung Gerhard Schröders in Kraft getreten. Mit dem Gesetz wurden Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II zusammengeführt. Genau gegen diese Zusammenlegung wehren sich die Montagsdemonstranten seit sechs Jahren ohne Erfolg. Nur eine Handvoll Passanten bleibt stehen, um ihre Forderungen anzuhören. Trotz des mangelnden Erfolgs stehen am Infostand der Demonstranten Sekt und Buletten zur Feier des eigenen Durchhaltevermögens bereit.
Und sie denken nicht daran aufzugeben: „Wir haben unter Schröder demonstriert, unter Merkel demonstriert und wir werden auch unter dem nächsten Kanzler demonstrieren“, ermuntert Weispfenning die Anwesenden. Seine Mitstreiter kommen aus unterschiedlichen Lagern: Gewerkschafter, Mitglieder der Partei Die Linke oder der MLPD und Friedensaktivisten. Zur Feier des Tages sind heute auch Abgesandte von benachbarten Montagsdemos aus der Region nach Herne angereist. Die Delegation aus Castrop-Rauxel hat als Gast das erste Wort beim „offenen Mikrofon“. Es geht um die Frage, ob die Bundeswehr auch bei Demonstrationen zum Einsatz kommen könnte. „Darum stehen wir hier und bereiten uns schon ‘mal vor“, gibt sich der erste Redner kämpferisch. Der zweite Redebeitrag hat dann wieder die Folgen von Hartz IV zum Thema. Der Sprecher fordert die Einrichtung eines Ombudsmann für die ARGE in Herne.
Nach einer knappen Stunde mit Redebeiträgen, Gedichten und Liedern kommen die Montagsdemonstranten endlich dazu, auf ihre Standhaftigkeit anzustoßen. Weispfenning richtet kurz bevor die Sektkorken knallen noch einen Gruß und Dank an die beiden Polizeibeamten im Einsatzwagen. Falls nicht doch die Bundeswehr zur Hilfe kommt, werden auch sie am nächsten Montag um 18 Uhr wieder auf dem Robert-Brauner Platz sein, um die Demonstration begleiten.
14:26
Unheimlich wichtig.
11:03
@#3 falschwaehler:
Vielen Dank für den Hinweis. Es gibt eine Beschwerdestelle bei der ARGE Herne und zwar eine „Beauftragte für das Kundenreaktionsmanagement.“ Es ist fraglich, ob diese Stelle in seiner Funktion und Neutralität dem geforderten Ombudsmann entspricht. Ich werde versuchen, die Tätigkeit der Beauftragten für das Kundenreaktionsmanagement in naher Zeit vorzustellen.
@#11 Peter Weispfenning:
Der „Einstieg mit der Polizei“ entspricht den Fakten: Der Polizeiwagen ist zum besagten Zeitpunkt vor meinen Augen von der Neustraße in die Bahnhofsstraße eingebogen. Dieser Wagen mitsamt den zwei Polizeibeamten hat dann am Rande der Kundgebung während der Montagsdemonstration von 18 bis kurz vor 19 Uhr geparkt. Möglich ist, dass die Beamten Kollegen abgelöst haben, die schon vorher am Robert-Brauner Platz waren.
22:39
Zu Zeiten Ppeter Borgwardts, waren die Kommentare wenigstens geistreich, Peter Weispfenning ist auch nicht schlecht, aber die ganzen anderen Unterstützer, die sich hier im Forum tummeln, denen sollte das ZK jede öffentliche Äußerung verbieten
20:35
Die lieben Sozi`s hocken nur noch zu Hause und tippseln in ihren PC, weil sie an Infoständen und in Gesprächen nur noch Saures bekommen. Diskutiert doch noch ein wenig über die Rente mit 67. Dann kommt bestimmt eine mit 69 heraus.
Und außerdem: Die Polizei hat auch ein Recht auf frei zugängliche Information. Von ihren Gewerkschaftsspitzen kommen ja höchstens Vorschläge wie man die Terrorhysterie weiter schürt oder die letzte Freiheit lahmlegt.
Außerdem: Bei den Montagsdemos geht es seit 6 Jahren nicht nur um Hartz, sondern auch um die sonstige widerwärtige Politik gegen die Menschen. Kein Krieg bleibt so unbeobachtet.
So und nun: Shame on you, ihr traurigen Sozialdemokraten!
16:14
Gewerkschafter, Mitglieder der Partei Die Linke oder der MLPD und Friedensaktivisten. Zur Feier des Tages sind heute auch Abgesandte von benachbarten Montagsdemos aus der Region nach Herne angereist.
-.-.-.-.-.-.-.-.-
Und dann ganze 20 Mann?
Das da überhaupt Polizisten hinMÜSSEN find ich ehrlich gesagt traurig, die könnte in der Zeit auch in Wanne oder anderen Brennpunkten Präsenz zeigen.
Denen gehen doch locker 90 Minuten dadurch flöten... und das jede Woche, seit 5 Jahren.....
08:39
Ich bin dann mal Hartz IV . Ein Buch zum lesen. Vielleicht gibt es dieses Buch auch in Blindenschrift.
08:03
Ein lächerlicher Auflauf von ewigen DAGEGEN-Rufern, die Faulheit bestärken wollen wird auch noch mit einem Artikel gewürdigt?? Traurig! Klar, gibt es Probleme mit Hartz4, aber das liegt doch an den vielen Schmarotzern, die so den wirklich Bedürftigen, die Absicherung schwerer machen.
06:29
Warum schimpfen hier so viele Leute? Die Montagsdemo besteht doch aus einem sehr breiten Bündnis: MLPD, Courage, AUF, Rebell, Herr Weispfenning.
Sind doch schon fünf. Und alle so tüchtig.
05:49
Ja,ja die Sesselpupser, immer meckern, wissen alles besser, sind schlecht informiert, haben Angst vor den Sozialismus, versuchen den Ruf Aktiver zu ruinieren und die Klinik in Wanne-Eickel haben die Kommunisten gebaut, um Kritiker einzusperren.
04:52
@#1: Hätte es nicht treffender formulieren können. Obwohl es schon eine reife Leistung ist, sich 6 Jahre lang unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Öffentlichkeit zu treffen. Naja, mit reichlich Tagesfreizeit sollten solche Termine ja möglich sein, während unsereiner kaum weiß, wie er sämtliche Verpflichtungen geregelt bekommen soll.