Immer mehr Schüler in Herne machen das Abitur

Immer mehr Schüler aus Herne machen das Abitur. Im Bild: Schüler des Gymnasiums Eickel.
Immer mehr Schüler aus Herne machen das Abitur. Im Bild: Schüler des Gymnasiums Eickel.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Die Stadt Herne legt ihren dritten Bildungsbericht vor. Die Autoren sehen dabei erste positive Entwicklungen in der Bildungslandschaft.

Herne..  Die Bildungslandschaft in Herne zeigt „erste positive Entwicklungen“. Das sagt Dennis Neumann vom städtischen Bildungsbüro, der mit seinem Kollegen Christian Kattenbeck den dritten Bildungsbericht verfasst hat. Gemeinsam mit Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff stellten sie das knapp 200 Seiten starke Werk am Donnerstag im Rathaus vor.

Zuerst zu den weniger erfreulichen Ergebnissen. Noch immer seien Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Herne stark von der sozialen Herkunft abhängig, sagen die Autoren. Das zeigten etwa die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung: Kinder aus armen Familien hätten häufiger mangelnde Sprachkompetenzen. Da aber immer mehr Kinder eine Kita besuchten, wo sie gefördert würden, sei eine positive Entwicklung zu erwarten: „Wir sind hier auf einem guten Weg“, meint Dennis Neumann. Von 7,5 Prozent in 2008 auf 8 Prozent in 2012 gestiegen ist die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss. Das, so Neumann, sei besorgniserregend: „Hier müssen wir noch genauer aufschauen.“

Höhere Übergangsquote

Die guten Nachrichten: Die Übergangsquote aufs Gymnasium ist von 39,3 auf 45,9 Prozent gestiegen. Und der Anteil der Jugendlichen, die die Schule mit dem Abitur verlassen, ist im selben Zeitraum von 27,1 auf 33 Prozent gestiegen; der NRW-Schnitt beträgt 36,7 Prozent.

Erstmals aufgenommen in den Bildungsbericht wurden die Themen Weiterbildung und Stadtbibliothek. „Bildung ist ein lebenslanger Prozess“, begründet Dennis Neumann vom Bildungsbüro. Die Weiterbildungslandschaft, stellt der Autor fest, könne sich sehen lassen. 31 Prozent der Herner hätten in den vergangenen zwei Jahren an einer Weiterbildung teilgenommen, die VHS habe im Berichtsjahr 2012 sogar einen Höchststand an 12 739 Belegungen vermeldet. Und was die Herner Stadtbibliothek angehe, so könne festgestellt werden, dass sie trotz der Schließung der Standorte in Eickel und Sodingen „nicht an Bedeutung verloren hat“. Zwar reduziere sich die Anzahl der Ausleihen pro Einwohner, die Besuche der Einwohner aber blieben konstant.

Der Bildungsbericht wird nun der Politik vorgestellt und dort diskutiert. Er zeige den Akteuren, wo Hebel angesetzt werden müssten, gibt Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff den weiteren Weg vor. Sie warnt aber vor zu großen Erwartungen: „Bildungsprozesse bilden sich nicht in ein, zwei Jahren ab, da braucht man einen langen Atem.“ Und doch: So manche Ergebnisse in der dritten Auflage des Berichtes, kommentiert auch sie, „zeigen in die richtige Richtung“.