IHK startet eine umfangreiche Fachkräfte-Initiative

Auch in der Gesundheitswirtschaft werden Fachkräfte gesucht. Die IHK bietet am 11. Juni einen Workshop für die Branche an.
Auch in der Gesundheitswirtschaft werden Fachkräfte gesucht. Die IHK bietet am 11. Juni einen Workshop für die Branche an.
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Was wir bereits wissen
Das Herner Regionalbüro der IHK Mittleres Ruhrgebiet will sich in diesem Jahr verstärkt den Themen „Fachkräfte“ und „berufliche Bildung“ widmen.

Herne..  Das Herner Regionalbüro der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet will sich in diesem Jahr verstärkt den Themen „Fachkräfte“ und „berufliche Bildung“ widmen. Dazu arbeiten die Kräfte vor Ort eng mit Thomas Gdanietz zusammen, dem stellvertretenden Geschäftsbereichsleiter „Berufliche Bildung“ der IHK. In der Vergangenheit hatten mehrfach Herner Unternehmen über einen Fachkräftemangel geklagt (die WAZ berichtete).

Parallel dazu hat die IHK eine Fachkräfte-Initiative gestartet. Der Hintergrund ist die mittlerweile verbreitete Erkenntnis, dass sich angesichts des demografischen Wandels die Gewinnung, Bindung und Entwicklung von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern für Unternehmen zu einem zentralen Thema entwickelt hat. Im Wettbewerb um die besten Köpfe müssen gerade kleine und mittlere Firmen darum kämpfen, im Schatten der großen Konzerne wahrgenommen zu werden.

„Wir verstehen uns als erster Ansprechpartner zu allen Fragen der Fachkräftesicherung“, betonte IHK-Sprecher Jörg A. Linden im Gespräch mit der WAZ. Die Fachkräfte-Initiative richte sich an Branchen, weil diese unterschiedliche Bedürfnisse hätten. Die vier Geschäftsbereiche der IHK - Berufliche Bildung, Industrie, Handel und Unternehmensförderung - hätten ein Konzept erarbeitet, um den heimischen Unternehmen mit Beratung zur Seite zu stehen. Ein besonderer Fokus werde auf dem Bereich der „dualen Ausbildung“ und auf der Gewinnung von Auszubildenden liegen. Die IHK biete konkrete Unterstützung zu folgenden Fragen an: weiche Standortfaktoren; Vereinbarkeit von Familie und Beruf; Mitarbeiterbindung - insbesondere älterer und erfahrener Mitarbeiter; Bewertung der Chancen, über ein duales Studium langfristig Nachwuchsführungskräfte zu gewinnen.

Ein zentraler Baustein der Initiative sind Workshops, bei denen die Probleme von einzelnen Branchen beleuchtet und Antworten gegeben werden sollen. Aus Herner Sicht ist besonders das Branchenforum Logistik am 21. April von Bedeutung. Eine der Stärken Hernes ist die Logistik, doch Unternehmen verlieren Berufskraftfahrer, weil viele in den Ruhestand gehen. Bundesweit ist von 250 000 Fahrern die Rede, die sich in den nächsten Jahren verabschieden werden. In Herne gibt es erste Aktivitäten des Gegensteuerns. So wird das Emschertal-Berufskolleg einen neuen Zweig für angehende Berufskraftfahrer einrichten (die WAZ wird in der kommenden Woche ausführlich darüber berichten).