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Ich geh zur U! Und du?

07.10.2009 | 18:21 Uhr

Aktion soll Eltern ermuntern, ihre Kinder zu den Vorsorgeuntersuchungen zu bringen. Mit Spaß und ohne Druck.

Weite Entfernungen zum Kinderarzt oder keine Babysitter für Geschwisterkinder, unzureichende Informationen, Unsicherheiten im Umgang mit Personen und Institutionen des Gesundheitssystems oder der Mangel an fremdsprachigem Infomaterial – es gibt viele Gründe, warum Eltern die Vorsorgeuntersuchungen für ihre Kinder nicht oder nur unzureichend wahrnehmen. „Manchmal wird es aber auch schlichtweg vergessen”, weiß Birgit Gerlach von der Kita an der Plutostraße.

An der Aktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „Ich geh zur U! Und du?” machen neben dieser Kita deshalb auch die Kitas Bärenland am Drögenkamp und Hofstraße mit. Auch die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) Herne, der städtische Fachbereich Gesundheit sowie die Kinderärzte Dr. Renate Vahldieck und Dr. Ammar Najar beteiligen sich an diesem Projekt. „Unser Ziel ist es, jedes Kind zwischen zwei und sechs Jahren bis Ende Januar 2010 in der entsprechenden Vorsorgeuntersuchung zu haben”, sagt Birgit Möller, Fachberaterin der städtischen Kitas. 200 Kinder der beteiligten Kitas sollen so erreicht werden.

Hintergrund der Aktion ist, dass die U 1 bis U 6 zwar sehr gut wahrgenommen werden, die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen vom zweiten Lebensjahr bis zum Vorschulalter aber massiv abnimmt. Insbesondere Familien mit Migrationshintergrund nähmen die letzten Untersuchungen nicht oder nur lückenhaft wahr. „Aber auch in anderen Familien fehlt manchmal der Blick für Vorsorge und gesundheitliche Entwicklung”, so Birgit Möller. Dass die ersten Vorsorgeuntersuchungen stärker wahrgenommen würden, liege daran, dass die Unsicherheit der Eltern größer sei, je kleiner das Kind sei. Die Kita-Fachberaterin sagt: „Später heißt es dann oft nur noch: Mein Kind ist doch gesund. Warum soll es dann zur Untersuchung?”

Dabei sind die Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Dort stellen die Ärzte fest, ob sich die Kinder gesund entwickeln, Krankheiten können frühzeitig erkannt und behandelt sowie wichtige Schutzimpfungen durchgeführt werden.

Im Rahmen von „Ich geh zur U! Und du?” erhalten die Eltern Informationen, die auch in türkischer und russischer Sprache bereitstehen sollen. Weitere Informationen sollen auf Elternabenden vermittelt werden. Die Kinder, die die vorgesehene Untersuchung besuchen, erhalten kleine Geschenke. Jedes Kind bekommt zur Belohnung ein U-T-Shirt. Zum Abschluss der Aktion ist ein Theaterstück und ein Fotowettbewerb geplant.

Birgit Möller sagt: „Wir wollen die Familien freudvoll mitnehmen. Das Thema soll möglichst ohne Druck behandelt werden.” Im Vordergrund der Aktion stehe die Gemeinschaft. Die T-Shirts, die die Kinder bekommen, sollen diese unterstreichen. „Das Gemeinschaftsgefühl wird viele Familien mitnehmen”, sagt auch die Kinderärztin vom Fachbereich Gesundheit, Dr. Andrea Herweg-Becker.

Auf freiwilliger Basis können die Beteiligten die Aktion auch nach dem Ende im Januar verlängern. Etwa alle zwei Jahre soll sie dann neu gestartet werden. Herweg-Becker: „Je öfter an die Untersuchungen erinnert wird, desto weniger fallen durch's Netz.”

Jennifer Kalischewski

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