Hund bei 35 Grad im Auto - ist das Tierquälerei?
19.08.2011 | 17:59 Uhr 2011-08-19T17:59:00+0200
Herne. In Herne ließ ein Hundehalter sein Tier im knapp 35 Grad heißen Auto zurück. Eine 59-Jährige rief die Polizei, die jedoch keinen Handlungsbedarf sah. Die Frau erstattete trotzdem eine Strafanzeige gegen den Hundehalter.
Tierquälerei oder ein ganz normaler Vorgang? Darüber gehen die Meinungen nach einem Vorfall in Eickel mit einem im Auto eingeschlossenen Hund auseinander. Stadt und Polizei sahen keinen Handlungsbedarf, doch für Gabriele Dollek war die Sache eindeutig: Sie hat inzwischen eine Anzeige gegen den Halter des Hundes erstattet. „Ich bin empört“, sagt die 59-Jährige.
Ein Kollege – Dollek arbeitet an der Pforte des Evangelischen Krankenhauses in Eickel – hatte sie am Donnerstagmittag darauf aufmerksam gemacht, dass direkt um die Ecke an der Richard-Wagner-Straße ein Hund im Auto eingeschlossen worden sei – vom Halter weit und breit keine Spur. Das Auto habe (noch) im Schatten gestanden habe, so Gabriela Dollek, ein Fenster sei einen Spalt breit geöffnet gewesen. Trotzdem habe die Hitze dem (größeren) Tier bereits zugesetzt: „Dem Hund ging es nicht gut.“
Diese Einschätzung konnten die beiden alarmierten Polizisten und ein Mitarbeiter des (formal zuständigen) städtischen Fachbereichs Öffentliche Ordnung nach einer Überprüfung der Lage vor Ort nicht teilen. Doch die 59-Jährige ließ nicht locker: Eine knappe Stunde später rief sie erneut die Polizei. „Der Wagen stand nun in der Sonne“, berichtet sie. Und: Ihre durch den Fensterspalt des Autos mit einem Thermometer durchgeführte Messung habe eine Temperatur von 34,3 Grad ergeben.
Sonderrechte für Ex-Polizisten?
Die Polizei beurteilte die Situation vor Ort auch diesmal anders. Kurz darauf sei der Hundehalter – ein früherer Polizeibeamter – erschienen, so Dollek. Er habe ihre Vorwürfe zurückgewiesen.
Sprecher von Polizei und Stadt erklärten auf WAZ-Anfrage, dass alle Mitarbeiter vor Ort nun mal zu einer anderen Einschätzung gekommen seien als Gabriele Dollek. Diese will die Situation aber nicht auf sich beruhen lassen. Sie erstattete auf der Wache Wanne-Eickel Strafanzeige wegen „Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“.
Gabriele Dolleks Mutmaßung, dass die Polizei auch deshalb nicht eingegriffen habe, weil es um einen ehemaligen Kollegen ging, weist Polizeisprecher Guido Meng gegenüber der WAZ entschieden zurück. Er wisse gar nicht, ob es sich hier wirklich um einen Ex-Kollegen handele. Doch selbst wenn es so sei: „Das spielt keine Rolle“, so Meng.
15:52
33
Danke für die sehr tolle Information. Damit sollten auch die Befürworter für Hunde im Auto erkennen, dass niedrige Temperaturen schon Gefahr bedeuten. .Unserer schwarzer Labrador leidet bei diesem Wetter schon in der Wohnung, die ca. 25 Grad hat. Frisst nicht und verdrückt sich nur in den Keller. Gar nicht auszudenken, der Aufenthalt in so einem aufgeheizten Auto bei 35 Grad.
07:26
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05:53
Aber mal abgesehen von den typisch Polizeifeindlichen, dahergelaberten Unsinnkommentaren: In Duisburg werden solche Autos geöffnet, egal wem die gehören. Hunde gehören nicht alleine ins Auto, schon gar nicht bei Hitze.
05:50
#3von Poirot,
Ach so ja dann können sie das ja beispielhaft belegen, oder haben sie das einfach so behauptet ohne wirklich davon zu wissen?
00:33
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00:31
Schon ab etwa 20 ° C Außentemperatur droht dem Hund im Inneren der Tod.
Das Auto kann sich innen schnell auf Temperaturen über 50 ° C aufheizen. Leider sterben jedes Jahr im Sommer viele Tiere, die im Auto gelassen wurden. Manchmal reichen schon wenige Minuten aus, um die Situation lebensbedrohlich werden zu lassen.
Grundsätzlich können zwar nicht nur Hunde im Auto einen Hitzschlag erleiden, aber da sie es sind, die am häufigsten die Begleiter von uns Menschen außerhalb des Hauses sind, sind sie mit Abstand am stärksten davon betroffen.
Selbst ein Fenster, das geöffnet ist (oder auch mehrere Fenster), bringt im Sommer keine ausreichende Kühlung. Das verstärkte Hecheln führt schnell zu starkem Durst (der bei Hunden erheblich früher eintritt als bei uns Menschen). Die fehlende Möglichkeit etwas zu trinken führt schnell zu einer Hyperthermie. (Ausreichendes Trinkwasserangebot verlängert diesen Prozess nur etwas.) Steigt also die Temperatur an, kommt es schnell zu ersten Anzeichen eines Hitzschlages wie zum Beispiel Unruhe, Taumeln u.s.w..
Steigt die Körpertemperatur weiter auf etwa 40 ° C beginnen Kreislaufbeschwerden und die Blutversorgung lebenswichtiger Organe wird nur noch eingeschränkt gewährleistet. Ein Schock ist die mögliche Folge. ( Ein Schock, auch aus anderer Ursache, kann durchaus lebensbedrohlich sein.)
Ab etwa 43 ° C beginnt die Denaturierung (Zerstörung) von Eiweißen und folgender Bewusstlosigkeit. So weit sollte es auf gar keinen Fall kommen, denn dann ist das Tier schon so gut wie gestorben.
Wenn es dann doch mal passiert ist? Was ist dann zu tun, wenn der Hund bei warmem oder heißen Wetter zu lange im Auto war?
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall, der schnellst möglich ärztlich behandelt werden muss. Erste Sofortmassnahme ist aber, das Tier aus der Sonne an einen schattigen Platz zu bringen und eine Kühlung mit nasskalten Tüchern zu beginnen.
Wasser zum Trinken dürfen Sie nur dann anbieten, wenn das Tier bei Bewusstsein ist und dann aber auch nur in kleinen Schlücken.
Ist der Hund nicht bei Bewusstsein, dann muss er seitlich stabil gelagert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zunge heraushängen muss.
Sehen Sie einen Hund in einer möglichen Notsituation in einem (nicht Ihrem) Auto, dann zögern Sie bitte nicht, die Polizei zu rufen. Machen Sie die Polizisten darauf aufmerksam, dass es sich um einen Notfall handelt. Lassen Sie sich bitte auf keinen Fall damit abspeisen, das sei nicht so schlimm.
Hunde gehören im Sommer nicht ins abgestellte Auto!
00:24
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00:23
habe ich soetwas nicht schon öfters gelesen: Polizist und nichts wird unternommen? Wie ist das denn mit der Krähe ....?
21:37
Ist mir auch schon passiert. Dabei war es im Auto weit aus kühler als draussen, da mit Klimaanlage gekühlt wurde. Und dem Hund war heiss weil er vorher gassi gehen war. Im Schatten ist es vollkommen in Ordnung. Klar muß man aufpassen, da die Sonne ja wandert. Aber man kann es auch übertreiben. Wenn sowohl Ordnungsamt als auch Polizei für ok stimmen. Dann sollte dem doch wohl sein. Und das Ordnungsamt hat ja nix mit der EX Polizisten zu tun.
20:10
Jau. Die Polizei kam zum Auto, sagte, Mensch das ist doch die olle Töle vom Rudi, der war doch auch mal bei der Polizei und dann ham sie die Arme hinterm Rücken verschränkt.