Hühner-Liebhaber haben immer bunte Eier

Glückliche Küken und ihre Besitzer: Jörg Marfeld und Melani Nolte
Glückliche Küken und ihre Besitzer: Jörg Marfeld und Melani Nolte
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Melanie Nolte und Jörg Marfeld züchten u.a. Lachshühner und heimsten dafür schon etliche Preise ein.Die Tiere sind glücklich, weil sie Auslauf bekommen und gutes Futter.

Herne..  Wenn Hühner wirklich lachen könnten, dann wäre es die Schar von Melani Nolte und Jörg Marfeld. Weil sie superglücklich sind, mal drinnen, mal draußen, gerade dort, wo das Wetter es sie hinzieht. An diesem Tag kurz vor Ostern weilen sie im Stall, draußen regnet es ab und zu, das mögen Hühner nicht besonders.

Deutscher Meister

Melani Nolte und Jörg Marfeld sind Hühnerzüchter aus Leidenschaft, ihr ganz großes Interesse gilt den Lachshühnern, Riesenexemplare von Federvieh, mit denen sie schon etliche Preise gewonnen haben. Darauf sind sie stolz, er mit seinem fünffachen Deutschen Meistertitel, sie als Europa-Champion.

Ob die Hühner auch stolz sind, weiß man nicht, sie könnten es jedenfalls sein, zumindest auf ihre Besitzer. Denn diese geben sich alle Mühe mit ihnen, stecken einen großen Teil ihrer Freizeit ins Federvieh. „Wie fahren niemals in Urlaub,“ sagen die gelernte Pharmazeutisch Technische Assistentin (PTA) und der Ausbilder beim Betonpumpenhersteller Schwing – und sehen dabei überhaupt nicht unzufrieden aus. Einmal im Jahr lediglich, das muss sein, geht’s zur Sommertagung der Deutschen Lachshuhnzüchter. Dann kümmern sich die Nachbarn ums Füttern.

Selbstverständlich, die 49-Jährige und der 47-Jährige sind absolute Gegner der Massentierhaltung, der industriellen Eierproduktion: „Die männlichen Küken werden dort ja allesamt getötet. Wir kommen überhaupt nicht damit klar, dass man Tiere zu Tausenden umbringt, nur damit wir Eier essen können“, kritisiert Melani Nolte.

Neben den riesigen Lachshühnern, die cremefarbene Eier legen, beherbergen die Hühnerliebhaber in ihrem gigantischen Gehege in Wanne auch noch Araucana-Hühner – die legen türkisfarbene Eier – und Marans mit braunen Exemplaren. „Wir brauchen zu Ostern keine Eier zu färben, das sieht doch so auch bunt genug aus“, lacht Melani Nolte.

Die PTA hat umgesattelt ihr Hobby quasi zum Beruf gemacht, arbeitet jetzt für den Internetauftritt einer Mühle, die im großen Stile Tierfutter verkauft. Sie holt Küken aus ihrem Quartier im Keller, fürs Foto, „und schon ist sie „angeschissen“ wie sie sagt. Das kann passieren, wenn man Hühner als Hobby unterhält. In ihrem modern umgebauten Haus haben schon die Urgroßeltern gewohnt. Und im dazugehörigen Garten gab es schon immer Tiere, früher auch eine Ziege, Kaninchen und bisweilen auch ein Hausschwein. Melani Nolte und Jörg Marfeld verstehen auch ihr Geflügel als Nutztiere: „Lachshühner liefern zartes Fleisch und legen auch im Winter Eier“, sagt Marfeld. Selbst können sie gar nicht alle aufessen, auch Nachbarn, Freunde und verwandte bekommen welche ab. Sehr gerne sogar, denn sie wissen, dass es kaum liebevoller produzierte Eier geben wird. Die Tiere bekommen in der Regel Biofutter und ganz leckere Sachen, nicht nur Körner, sondern auch Möhren und sogar Äpfel, Beeren und Weintrauben.

Ja, und man kann sich natürlich vorstellen, woraus sich die Speisekarte des Paares hauptsächlich zusammensetzt: Spiegeleier, Omeletts, Rühreier, Kuchen mit Eiern und auch Pudding. Am allerbesten allerdings schmeckt der selbst hergestellte Eierlikör – einfach großartig!