Horst Merz wohnt schon sein ganzes Leben im Dannekamp

Horst Merz schaut von seinem Balkon an der Resser Straße hinunter auf die Dannekampsiedlung.
Horst Merz schaut von seinem Balkon an der Resser Straße hinunter auf die Dannekampsiedlung.
Foto: FUNKE Foto Services
Der 76-jährige Kleingärtner ist der Meinung, dass die „Insel“ immer schöner wird. Als Kind hat er im Kanal schwimmen gelernt.

Herne..  Horst Merz sitzt in seiner Parzelle im Kleingarten Wanne-Nord. 400 Quadratmeter, aufgeteilt in Gemüse- und Blumenbeet, vor der Laube ein kleiner Teich, eine selbstgebaute Brücke führt zur Terrasse, Frösche beherrschen die Akustik. Bereits seit 50 Jahren ist er Mitglied des Vereins, leitete die Geschicke 35 Jahre lang als Vorsitzender. Noch viel länger lebt Merz auf dem Dannekamp: Nämlich sein ganzes Leben lang.

Von der heutigen Fleithestraße bis zur Resserstraße, weiter hat es den 76-Jährigen wohnlich nicht verschlagen. Hier lebt Merz im vierten Stock, vom Balkon aus hat der Rentner die gesamte Siedlung bestens im Blick. Es fällt schnell auf, dass Merz den Dannekamp bestens kennt und auch die Geschehnisse auf der Insel sehr genau verfolgt. Und da das schon seit vielen Jahrzehnten der Fall ist, weiß der Ur-Dannekämper viel zu erzählen.

„Es gab eine Zeit, da gab es hier alles zum Leben“, sagt Merz und zählt Frisöre, Bäcker und Metzger aus fast vergessenen Zeiten auf, die den Dannekamp bis zu den 1970er Jahren mit allem Lebenswichtigen versorgten. Ende jenes Jahrzehnts war es allerdings vorbei mit der guten Versorgungslage in der Siedlung. „Dann kamen die Autos und die Motorräder und seitdem fahren die Leute in die Stadt, wenn sie etwas brauchen“, sagt Merz. Geblieben sind lediglich ein Discounter und einige wenige Möglichkeiten, auf der Emscherinsel im Biergarten zu sitzen.

Dabei war und ist der Dannekamp ein Ausflugsort, der viel bietet, davon ist Merz überzeugt. Als aktiver Kleingärtner bemüht er sich auch selbst um grüne Flächen in seiner Heimat-Siedlung und ist für seinen grünen Daumen sowie die Leidenschaft zum Gärtnern bekannt. „Früher war am Rhein-Herne-Kanal bei gutem Wetter immer viel los. Ich habe im Kanal das Schwimmen gelernt und da bin ich sicher nicht der einzige“, berichtet Merz. Doch ähnlich wie bei den Einkaufsmöglichkeiten verweist der 76-Jährige auf die gestiegene Mobilität der Bevölkerung, die viele Menschen zu entfernteren Plätzen führt.

Hoffnung auf eine klare Emscher

Dabei wird die Siedlung immer schöner, wenn man den Worten des Rentners glaubt. Ein alter Abwasserkanal der Emscher, der zwischen den drei Kleingartenanlagen verläuft, wurde renaturiert. „Das Wasser ist nun klar, und darauf hoffen wir bei der Emscher ebenfalls in den kommenden Jahren“, so Merz, der sich auch an andere Zeiten erinnern kann: „Früher standen zwischen den Kleingärten Wanne-Nord und Emscherland Pump-Becken, voll mit abgepumptem Schlamm der Emscher. Bei warmen Temperaturen hat es dann natürlich kräftig gestunken.“ Doch auch in diesen Zeiten hat Merz der Siedlung die Treue gehalten. Und wird es nach Möglichkeit auch weiterhin tun.