HLH-kranken Simon aus Herne geht es besser

Geschafft: Nach der Stammzellen-Transplantation bessern sich bei Simon (4) die Blutwerte. Mit im Bild Mutter Jennifer Vogel und Vater Marcel Schaf.
Geschafft: Nach der Stammzellen-Transplantation bessern sich bei Simon (4) die Blutwerte. Mit im Bild Mutter Jennifer Vogel und Vater Marcel Schaf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der HLH-kranke Simon (4) aus Herne hat eine Stammzellen-Transplantation erhalten, nun bessern sich seine Blutwerte. Noch ist er in der Klinik.

Ein weiterer großer Schritt für den Vierjährigen ist geschafft: Nachdem der HLH-kranke Simon vor gut vier Wochen eine Stammzellen-Transplantation erhielt, bessern sich nun seine Blutwerte. Die gesunden Spender-Stammzellen beginnen, in Simons Körper zu wachsen. Dem Jungen gehe es einigermaßen gut, sagt Mama Jenny Vogel. Und erklärt: „Die Ärzte sind zufrieden.“

Kurzer Rückblick: Seit November 2014 ist bekannt, dass der Vierjährige an der vererbten Immunkrankheit HLH leidet. Die Erkrankung löst Entzündungen im Gehirn und Organschäden aus. Medikamente gegen HLH gibt es nicht, nur eine Stammzellen-Spende kann Simon wieder gesund machen. Auch Simons achtjähriger Bruder Noel trägt das kranke Gen in sich und wird eine Stammzellspende benötigen. Die WAZ hat bereits mehrfach über das Schicksal der Familie berichtet.

Vor der Stammzellen-Transplantation musste sich Simon einer Chemotherapie unterziehen. Simon verliert seine Haare, bekommt Hautprobleme. Weil die aggressiven Medikamente seine Schleimhäute zerstören, spuckt er Blut. Eine Woche lang bekämpft die Chemotherapie Simons eigene, kranke Stammzellen, bis er an einem Mittwoch die Spenderzellen transplantiert bekommt.

Spender erhält einen Dankesbrief

Wer der Spender ist, der Simon vermutlich das Leben rettet, weiß Jenny Vogel nicht: „Der Spender ist ein Mann in den besten Jahren, der Simons genetischer Zwilling ist. Mehr wissen wir auch nicht.“ Sobald es Simon besser gehe, wolle sie dem Mann einen Brief schreiben und sich bedanken.

Nach dem langen Warten auf einen passenden Spender sei die eigentliche Transplantation dann sehr unspektakulär gewesen. Zwei Blutbeutel mit den Stammzellen seien an den Infusionsständer gehängt worden, das Ganze habe gerade einmal 20 Minuten gedauert. Allein: Simon habe jetzt eine andere Blutgruppe, die gesunden Stammzellen des Spenders müssten nun ein neues Immunsystem aufbauen.

Direkt nach der Transplantation hieß es erst wieder: warten. Jeden Tag bekommt Simon, der noch in einem Münsteraner Krankenhaus liegt, Blut abgenommen. Die Ärzte testeten seine Werte, die zeigten, ob die fremden Stammzellen im Körper des Jungen wachsen. Zwei Wochen nach der Transplantation dann die erlösende Nachricht: Es hat funktioniert! Wenn alles gut laufe, könne Simon das Krankenhaus zu Pfingsten verlassen. Er werde dann ambulant behandelt.

Währenddessen wird wohl die Therapie von seinem Bruder Noel beginnen.