Hinter den Kulissen des Herner Karnevals

Helau: Sprecher Rainer Burg, Vereinspräsident Klaus Mahne und Senator Hilmar Born (v.l.) präsentieren ihre Uniformen.
Helau: Sprecher Rainer Burg, Vereinspräsident Klaus Mahne und Senator Hilmar Born (v.l.) präsentieren ihre Uniformen.
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Se
Was wir bereits wissen
Der Höhepunkt der fünften Jahreszeit steht auch in Herne vor der Tür. Zeit, ein Blick hinter die Kulissen des Karnevals zu werfen.

Herne..  Hinter all dem fröhlichen Trubel zur Karnevalszeit steckt viel Arbeit. Arbeit, die die Mitglieder der 1. Herner Karnevalsgemeinschaft gerne auf sich nehmen. Arbeit, zu der hartes Training, aber auch jede Menge Spaß und Freude gehören.

Mindestens ein Mal pro Woche trainiert jede der drei Garden (siehe Infobox). „Nach der Session machen wir maximal eine Woche Pause, dann geht es direkt weiter mit den Proben für die nächste“, erklärt Christian Kramer. Der 33-Jährige ist der Hahn im Korb, er tanzt seit seiner Jugend aus Leidenschaft. „Wenn Karneval ist, haben wir mehrere Auftritte pro Abend“, erklärt er. Entsprechend anstrengend sei die Zeit für die Tänzer. Aber: „Es lohnt sich“, sind sie sich einig. Viele der Vereinsmitglieder sind im Karnevalsverein groß geworden. Schon ihre Oma habe in der 1. Herner Karnevalsgesellschaft getanzt, erinnert sich Melina Kaiser. Bereits mit drei Jahren habe die heute 19-Jährige das erste Mal auf der Bühne gestanden. „Wenn ich nicht tanze, fehlt mir etwas“, meint sie.

Kostümschneider

Die ausgefallenen Showtanzkostüme, die sie und ihre Mitstreiterinnen tragen, machen dabei wohl ein Teil des besonderen Karnevalsgefühls aus, von dem viele sprechen. Einiges werde angekauft, das meiste aber selbst angefertigt. „Wenn bereits eine kreative Idee vorhanden ist, ist das praktischer und günstiger“, erklärt Pressesprecher Rainer Burg. Show- und Gardetanzkostüme seien zwar „kein Schnäppchen“, verrät die Mutter eines Mädchens, „aber es lohnt sich“.

Wer der aufgeregten Mini-Garde, die in diesem Jahr eine lustige Zirkus-Show tanzt, zusieht, versteht die stolzen Eltern. Unter anderem als Seiltänzerinnen und Clowns schwirren die Kinder über die Bühne, um ihr Publikum zu erfreuen. Die Minigarde tanzt, bunt bekleidet, das Alphabet und ebenfalls amüsant geht es zu im aktuellen Showtanz der Prinzengarde, der den märchenhaften Titel „Küss den Frosch“ trägt. „Außerdem machen alle Gruppen natürlich auch einen Gardetanz“, stellt Christian Kramer fest.

Würdenträger

Jeder, der Spaß am Tanzen und Feiern hat, könne mitmachen, erklärt Rainer Burg. Die Narren sind ein offenherziges Volk. Beinahe ebenso einfach sei es für Mitglieder der HeKaGe, zum Teil des Stadtprinzenpaares zu werden. „Man bewirbt sich schriftlich um den Titel“, erklärt Präsident Klaus Mahne. Dabei gelte in der Regel: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Bereits ihre zweite Amtszeit feiern in dieser Session Prinzessin Manuela (Kolarczik) II. und Prinz Peter (Peters) I. Für die zwölfjährige Kinderprinzessin Marie (Hoffmann) I. ist es das erste Mal im Amt, auf das sie mächtig stolz ist: „Es war schon immer ein Traum von mir, Kinderprinzessin zu werden.“

Uniformierte

Ihr opulentes Kleid in den Vereinsfarben rot und weiß sieht aus wie das der erwachsenen Tollitäten. „Zum offiziellen Teil von Veranstaltungen trägt jedes Mitglied eine besondere Uniform“, erklärt Pressesprecher Burg. „Der Vorstand und Damen tragen rote Jacken, Senatoren graue und alle anderen Mitglieder weiß“, erklärt Klaus Mahne. Verschiedene Ornamente an Kette, Revers und auf den Narrenkappen geben traditionell weitere Hinweise auf Funktionen im Verein. „So erspart man sich die Kostümsuche“, scherzt Senator Hilmar Born, einer von viele Sponsoren. Manchmal stehe er nach der Session ratlos vor dem Kleiderschrank. Doch nach dem Karneval ist schließlich vor dem Karneval.