Hernerin lebt seit ihrer Kindheit mit Diabetes

Vanessa Bartsch hat auf ihrem Arm eine Tätowierung mit der Aufschrift „Diabetes Typ 1.“ Das Tattoo soll sie an ihre Erkrankung erinnern und sie darauf hinweisen, auf sich zu achten
Vanessa Bartsch hat auf ihrem Arm eine Tätowierung mit der Aufschrift „Diabetes Typ 1.“ Das Tattoo soll sie an ihre Erkrankung erinnern und sie darauf hinweisen, auf sich zu achten
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Seit ihrem siebten Lebensjahr ist Vanessa Bartsch an Diabetes Typ 1 erkrankt. Beeinträchtigt fühlt sie sich durch die Autoimmunerkrankung nicht.

Herne..  Auf ihrem linken Arm steht es in dicken Buchstaben geschrieben: Diabetes Typ 1. Vanessa Bartsch leidet seit ihrem siebten Lebensjahr an dieser Krankheit, die für sie eigentlich gar keine ist: „Ich bin nicht eingeschränkter als andere Menschen und daher halte ich mich auch nicht für krank. Krank bin ich, wenn ich mit einer Erkältung im Bett liege. Diabetes gehört zu mir dazu“, sagt die 21-Jährige.

Als kleines Kind hatte sie ungewöhnlich viel getrunken und gegessen und dennoch abgenommen. Hinzu kamen ständige Kopf- und Bauchschmerzen. Also wurde der Arzt aufgesucht, der die Erkrankung schließlich feststellte.

Konfrontation mit Vorurteilen

Im Laufe ihres Lebens wurde sie jedoch mit vielen Vorurteilen konfrontiert. „Immer wieder werde ich schräg angeguckt, weil ich schon so früh Diabetes bekommen habe. Ich habe ständig zu hören bekommen, dass ich abnehmen und weniger Süßigkeiten essen soll“, sagt Vanessa Bartsch. Dabei sei Diabetes Typ 1 eine Autoimmunreaktion, bei der ihre Zellen nie wieder Insulin produzieren würden. „Ich kann alles essen, nur nicht zu viel. Beim Sport muss ich regelmäßig meinen Blutzucker testen aber ansonsten bin ich nicht beeinträchtigt“, sagt die junge Frau, die mittels einer Insulinpumpe ihren Insulinhaushalt kontrolliert. Die Hernerin macht zur Zeit eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin in Hagen. Als Jugendliche lebte sie dort in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche mit Diabetes und begann daher dort ihre Ausbildung. Mit dieser verfolgt sie ein ganz bestimmtes Ziel: „Ich möchte Diabetesberaterin werden“, sagt sie. Die Krankenschwesterausbildung ist Voraussetzung dafür. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass viele Diabetesberater nicht verstehen, wie man sich fühlt. Da ich selbst betroffen bin, ist es für mich einfacher zu verstehen und dadurch glaube ich, dass meine Ratschläge auch besser akzeptiert werden“, erklärt Bartsch ihren Berufswunsch. Ausüben will sie den Beruf aber nicht in Deutschland. Schon lange hat sie den Wunsch auszuwandern. Österreich ist ihr Zielland. „Dort wohnen meine Großeltern und dort habe ich auch meinen Freund kennengelernt, der da ebenfalls lebt“, sagt die 21-Jährige, die gemeinsam mit Freund Marcel ein Kind erwartet.

Das Tattoo auf Vanessa Bartschs Arm soll nicht nur im Notfall sofort auf ihre Erkrankung hinweisen. „Es ist auch für mich selbst eine Erinnerung, auf mich zu achten“, sagt sie. Denn das will sie jetzt sogar doppelt tun.

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