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Hernerin gibt Job bei der Bank auf und will an die Oper

22.02.2013 | 08:00 Uhr
Hernerin gibt Job bei der Bank auf und will an die Oper
Gesangslehrerin Caroline Merz und Korrepetitor Desar Sulejmani unterstützen Mareike Hujo auf ihrem Weg zur Opernsängerin.Foto: WAZ FotoPool

Herne.   Mareike Hujo aus Herne-Mitte ist eigentlich Bankerin. Doch nun erfüllt sie sich ihren Traum und arbeitet an ihrer Karriere als Opernsängerin. Ihre Gesangslehrerin Caroline Merz unterstützt sie bei diesem Schritt, da Hujos Stimme in ihren Augen ein wahrer "Rohdiamant" ist. Der wird jetzt geschliffen.

Die meisten jungen Leute stehen heute auf Adele, Lana Del Rey oder Lady Gaga. Mareike Hujo hingegen mag Azucena, eine rachsüchtige Zigeunerin aus Verdis „Der Troubadour“. Die schwierige Opernpartie ist eine von vielen Rollen, die die Mezzosopranistin und gebürtige Hernerin derzeit einstudiert.

Unterstützung bekommt sie von ihrer Gesangslehrerin Caroline Merz in Düsseldorf. Zwei Mal die Woche fährt Mareike Hujo von Gelsenkirchen in die Landeshauptstadt, um ihre Stimme der strengen Kritik ihrer Lehrerin zu unterziehen.

Ausdruck, Spannung, Klangfarbe

„Mehr Ausdruck, mehr Spannung! Pass in den Höhen auf! Nochmal!“. Merz ist streng mit ihrer Schülerin. Nicht nur auf sauber gesungene Töne kommt es ihr an: Auch der Ausdruck muss stimmen. Schließlich braucht eine Opernsängerin auch schauspielerische Fähigkeiten. Die kann Caroline Merz ihrer jungen Gesangsschülerin problemlos vermitteln: Merz hat viele Jahre an der Wiener Staatsoper gesungen. Hujo profitiert davon: Sie singt die dramatische Arie nicht nur, sie haucht ihr mit Gestik und Mimik zusätzlich Leben ein.

Viele Menschen, die sich für Klassik interessieren, haben die Begeisterung für Wagner, Verdi & Co. von ihren Eltern vermittelt bekommen. Hujo kommt nicht aus einer Künstler-, sondern aus einer Banker-Familie. Nach dem Abitur machte sie eine Banklehre. Mit beiden Beinen stand sie im Beruf, als sie eines Tages das Musical „Kiss me, Kate“ im Essener Aalto-Theater sah. Von der Leistung des Hauptdarstellers Peter Bording war sie so begeistert, dass auch sie intuitiv wusste: Das will ich auch. „Ein Jahr lang habe ich mich mit intensivem Klavier-, Gesangs- und Theorieunterricht auf die Aufnahmeprüfung der Hochschule in Maastricht vorbereitet“, berichtet die 29-jährige.

Stimme erfüllt den ganzen Raum

Sie bestand die Prüfung auf Anhieb. „Sie hat sehr viel Talent und eine wunderschöne Stimme. Wie ein ungeschliffener Diamant“, sagt Merz. Wer Mareike Hujo zuhört, der weiß, was ihre Lehrerin meint: Hujos dramatischer Mezzosopran erfüllt den Raum, ohne dabei schwer und wuchtig zu wirken. Ihre Stimmfarbe ist samtig und dennoch kräftig und charismatisch in der Höhe. Nachdem sie Alzucenas berühmte Arie „Stride la vampa“ mehr als fünf Mal gesungen hat, ist auch Merz mit der Leistung zufrieden.

Begeistert ist auch der Richard-Wagner-Verband Siegen: Mareike Hujo ist im Wagner-Jahr 2013 Bayreuth-Stipendiatin. Im Sommer wird sie dort nicht nur Meisterkurse absolvieren, sondern auch einige Vorstellungen auf dem „Grünen Hügel“ besuchen. „Ich freue mich sehr auf die Festspiele“, sagt Hujo.

Maren Winterfeld



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