Herner Zirkus sieht sich als Ort verschiedener Nationen

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Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Circus Schnick-Schnack in Herne bot zum Tag der kulturellen Vielfalt Besuchern einen Blick hinter die Kulissen.

„Zirkus – so bunt wie unsere Welt“. Der Schriftzug steht in farbigen Buchstaben auf weißen Blättern, die an einer Wäscheleine befestigt sind und baumeln im Wind. Ein Duft von Popcorn weht über das Gelände und beinahe jeder Besucher ist mit einer Tüte der Zirkusspezialität in der Hand auf dem Platz unterwegs.

Anlässlich des Tags der kulturellen Vielfalt öffnete der Circus Schnick-Schnack, ebenso wie viele andere Museen, Theater und Konzerthäuser im Land, seine Türen und ermöglichte Besuchern den Blick hinter die Kulissen auf dem Gelände an der Eschstraße. „Der Zirkus ist ein Ort, an dem die Vielfalt schon immer gelebt wird“, sagte Rainer Deutsch, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des Circus Schnick-Schnack, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, Integration zu fördern.

Verschiedene Kulturen und Menschen fänden hier auf niedrigschwelliger Ebene zusammen. „Bei uns wird die kulturelle Vielfalt schon lange gelebt. Darauf sind wir stolz“, meinte Deutsch. Denn: „Dieses Potpourri bereichert uns ungemein.“ Schließlich flössen durch diesen neue Aspekte und Kreativität in die Arbeit ein. Dies werde besonders bei den vielen Schul-Projekten des Zirkus’ deutlich, wenn diese durch Kinder aus anderen Nationen in den Klassen unterstützt würden.

Donnerstag hatten die Besucher Gelegenheit den Zirkus einmal näher kennenzulernen. Führungen über die 1000 Quadratmeter große Zeltstadt und Besuche unterschiedlicher Trainings standen ebenso auf dem Programm wie Einblicke in die Schneiderei, Maske, Technik oder Requisite des Zirkus’. Auch Mohammed Gurma kam gemeinsam mit seinen beiden Töchtern. „Wir wollen uns das Projekt einmal ansehen. Vielleicht möchte meine Tochter Mariam beim Circus Schnick-Schnack mitmachen“, sagte der Vater, während die siebenjährige das Training der Gruppe „Swinging“ beobachtete. Die Mädchen wirbelten mit bunten Schwingfahnen in den Händen durch die Manege des Zirkuszeltes. Im Trainingszelt drehten sich Hula-Hoop-Reifen um Arme, Beine und Hüfte der dort trainierenden Mädchen. Beide Gruppen übten für die Zeltwoche, die im Juni stattfinden soll.

„Es wird Zeit, dass wir andere Kulturen als Chancen und nicht als Gefahr begreifen“, betonte Deutsch. Daher erhoffe er sich, dass sich andere Organisationen an diesen Gedanken anschließen würden und Positionen beziehen. „Es soll deutlich gemacht werden, dass wir mit Ausgrenzungen nicht einverstanden sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Der gestrige Beitrag des Zirkus’ soll der Anfang vieler Aktionen sein: „Wir wollen uns nun jedes Jahr anlässlich dieses Tages engagieren“, so der Direktor.