Herner Wirtschaftsförderung blickt auf Tops und Flops 2014

Professor Thomas Happe wirft im Innovationszentrum den ersten Anker, um einem Forschungszentrum den Boden zu bereiten.
Professor Thomas Happe wirft im Innovationszentrum den ersten Anker, um einem Forschungszentrum den Boden zu bereiten.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Die RAG wird Herne verlassen, Wissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum kommen. Die Flops und Tops der Herner Wirtschaftsförderung 2014 - und ein Ausblick.

Herne..  Jahreswechsel - das sind für Wirtschaftsförderer lediglich Durchgangsstationen. Wenn es um die Entwicklung von Flächen und die Ansiedlung von Unternehmen geht, müssen sie teilweise in längeren Zeiträumen denken und handeln. So ist der Blick zurück von Joachim Grollmann, Geschäftsführer der Herner Wirtschaftsförderung, immer auch gleich mit dem Blick in Zukunft verknüpft.

Wie bei der schlechten Nachricht, die die Stadt noch kurz vor dem Jahresende ereilte. Die RAG wird Herne verlassen und ihren Konzernsitz nach Essen verlegen. Ein schmerzhafter Verlust, „doch Unternehmen gehen bei solchen Dingen rational und nicht emotional oder moralisch vor“, kommentiert Grollmann die Entscheidung der RAG. Mit dem Wegzug 2017 habe Herne sehr viel Bürofläche zur Verfügung. Und die Stadt ist bislang nicht als Bürostandort in Erscheinung getreten. „Wir müssen dann eine radikale Bestandsaufnahme der Büroflächen vornehmen“, so Grollmann. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass der Dienstleistungspark Strünkede auch als Bürostandort entwickelt werden soll. Mit der Einweihung des Standorts von „Büchner Barella Inverma“ ist der Anfang gemacht. Für einen Bürostandort Herne sprechen nach Grollmanns Ansicht die zentrale Lage Hernes und das Preisniveau.

Apropos längere Zeiträume: Im Gewerbepark Grimberg ist seit Herbst Buchen Umweltservice aktiv. Die Verhandlungen über die Ansiedlung haben sich laut Grollmann über mehrere Jahre gezogen. Da war Nordfrost deutlich schneller. Die Entscheidung zum Kauf des Großteils des Gewerbegebiets Unser Fritz sei binnen Monaten gefallen. Das Unternehmen plant Investitionen in Höhe von rund 80 Millionen Euro. 2015 erwartet Grollmann den Bauantrag.

Interessenten für Grimberg

Bleibt in Unser Fritz die Vermarktung des Gewerbeparks Grimberg. „Ich bin mir sicher, dass wir eine Reihe sehr guter Interessenten für Grimberg haben“, deutet Grollmann Bewegung an den Verhandlungstischen an.

Ebenfalls auf der Positivseite verbucht er, dass Professor Thomas Happe mit seiner Arbeitsgruppe Photobiotechnologie der Ruhr-Universität Bochum den ersten Anker in Herne wirft, indem die Wissenschaftler im Innovationszentrum Büros beziehen, um einem Forschungszentrum den Boden zu bereiten. Grollmann: „Für dieses Vorhaben werden wir viel Geld in die Hand nehmen, weil es gut investiert ist.“ Dass Happe nach Herne komme, sei ein Erfolg von SPD-Fraktions-Chef Frank Dudda.

Als Überraschungserfolg habe sich die Immobilienkonferenz Ruhr entpuppt. Knapp 200 Teilnehmer, teilweise aus dem ganzen Bundesgebiet, seien nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Deshalb steht schon jetzt die Fortsetzung fest.

Was Grollmann beim Ausblick Kopfzerbrechen bereitet: Es fehlen Flächen. Gerade die Größenordnung 6000 Quadratmeter und aufwärts sei Mangelware. Interesse scheint jedenfalls vorhanden. So deutet Grollmann an, dass es in diesem Jahr Bewegung auf Hibernia und am ehemaligen Güterbahnhof in Horsthausen geben könnte.