„Herner Weihnachtskörl“ wird neu aufgestellt

Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Herne.. Curling ist tot, es lebe Eisstockschießen: Der „Herner Weihnachtskörl“ vor dem Rathaus Herne, bestätigt Stadtmarketing-Chef Holger Wennrich, wird im Dezember neu aufgestellt. Beim alten Namen soll’s aber bleiben. Eisstockschießen hin oder her.

Das Wort „Körl“ ist die in Herne geborene Ruhrgebietsversion des schottischen „Curling“. Auf einer 30 Meter langen und 25 Meter breiten Eisbahn schoben Fans in winterlicher Kulisse in den vergangenen beiden Jahren jeweils zehn Tage lang den Stein übers gefrorene Nass. Das heißt: Viele schoben ihn nicht, sondern schmissen ihn, wie die Kugel beim Bowling. Und das war der „Stein“ des Anstoßes für eine Überarbeitung des „Herner Weihnachtskörl“ zur dritten Auflage.

Durchs Werfen landete das immerhin 25 Kilo schwere Granit zwar weit vorn, die Kehrseite dieser (eigentlich regelwidrigen) Handhabung: Eis und Steinen, so Stadtmarketing-Chef Holger Wennrich, tat das nicht wirklich gut. Das Eis platzte regelmäßig, und die Spielsteine, pro Stück mehrere hundert Euro teuer, drohten irreparablen Schaden zu nehmen. Nicht zu vergessen: Vielen Teilnehmern, gerade auch Kindern, war das Granit schlicht zu schwer.

Weiteres Manko: die Eiszeiten. Wer einen Platz beim „Körl“ ergattern wollte, musste sich 2009 und 2010 gehörig sputen – so beliebt war die Veranstaltung. Nur wenige Stunden nach Freischaltung der Anmeldeplattform im Internet waren zuletzt sämtliche Termine weg.

Was also tun? Zur dritten Auflage vom 9. bis 18. Dezember 2011, bestätigt Wennrich, würden diese Probleme angepackt. Zuallererst: Es wird kein Curling mehr vor dem historischen Rathaus veranstaltet, sondern Eisstockschießen. Benutzt werden dabei Wurfgeschosse fast vollständig aus Holz, nicht mal vier Kilo schwer; für Kinder gibt’s eine kleinere, noch leichtere Version. Die Regeln sind ähnlich wie beim Curling (oder Boccia). Mit den Eisstöcken, glaubt Wennrich, „kommen die Teilnehmer besser zurecht“. Erwünschter Nebeneffekt: Der Veranstalter Stadtmarketing muss künftig nicht mehr über ein Dutzend Curlingsteine teuer mieten, sondern kauft die Eisstöcke. Nach drei Jahren habe sich die Anschaffung amortisiert.

Zweite Neuerung: Im Dezember sollen erstmals zwei Bahnen aufgebaut werden, damit mehr Fans zum Zuge kommen. Auch für Kinder wird das „Körl“-Angebot verstärkt: Schüler und Kita-Kinder sollen wieder kostenlos aufs Eis.

Und wie gesagt: Beim Namen „Herner Weihnachtskörl“ soll es bleiben. „Der Name ist mittlerweile ein Begriff“, meint der Stadtmarketing-Chef. Um schmunzelnd anzufügen: „Körl ist ja sowieso ein Fantasiewort“.

Künftig in Herne also auch fürs Eisstockschießen.