Herner Voltigiererin ist drittbeste Deutsche

Christine Kuhirt trainiert derzeit mit ihrem Pferd Rayo de la Luz für die Europameisterschaft. Die Einzelvoltigiererin ist in ihrer Disziplin drittbeste Deutsche.
Christine Kuhirt trainiert derzeit mit ihrem Pferd Rayo de la Luz für die Europameisterschaft. Die Einzelvoltigiererin ist in ihrer Disziplin drittbeste Deutsche.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Christine Kuhirt trainiert mit viel Ehrgeiz und Disziplin beim Reitverein St. Hubertus. Als nächste Herausforderung steht die Europameisterschaft an

Herne..  „Eigentlich war ich eine Spätzünderin, denn ich habe erst mit elf Jahren angefangen zu voltigieren“, sagt Christine Kuhirt. Dass sie dafür umso erfolgreicher in ihrem Sport ist, zeigen ihre Auszeichnungen: Die derzeit drittbeste Deutsche im Einzelvoltigieren wurde bereits Deutsche Meisterin und ist Weltranglistenneunte. Zur Zeit trainiert sie im Bundes-A-Kader der Damen und bereitet sich auf die Europameisterschaft in Aachen vor, die im August stattfindet.

Wer einen solchen Sport so intensiv ausgeübt, muss das mit voller Leidenschaft tun. „Voltigieren ist super vielschichtig, weil es auf verschiedenen Ebenen anspruchsvoll ist. Kraft, Körpergefühl, Fitness und auch die Kreativität um eine Übungsreihenfolge aufzubauen, sind beansprucht“, erklärt die 26-Jährige ihre Leidenschaft.Besonders die Einheit von Pferd, Voltigierer und Longenführer findet sie „cool“. Aber auch die Wettkämpfe an sich haben einen besonderen Reiz für Kuhirt: „Es ist toll, wie das Publikum dabei mitgeht. Das spornt mich jedes Mal zusätzlich an“, erzählt sie, während sie ihr Pferd striegelt um es für das anstehende Training startklar zu machen. Seit etwa einem Jahr arbeitet sie nun mit Rayo de la Luz. „Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich bin auf Rayo aufgesprungen und wusste sofort, dass das mein Pferd ist“, sagt Kuhirt, die seit 2009 am Reitverein Hubertus unter Stefan Lotzmann trainiert. Auch ihr Studium richtete Kuhirt sportlich aus. Im Bachelor Sportwissenschaften mit dem Schwerpunkt auf Sportmanagement, machte sie ihren Master in Sporttourismus und Erholungsmanagement. Nun arbeitet die 26-Jährige im Fischgroßhandel des Vaters mit. „Da ich Vollzeit arbeite und dann noch den extrem zeitaufwendigen Sport betreibe, bleibt für Freizeit eigentlich keine Zeit“, sagt Kuhirt. Allein auf dem Pferd trainiere sie zwei Mal die Woche morgens vor der Arbeit, mindestens einmal nach der Arbeit und Krafttraining, Joggen oder Rohübungen auf einem Holzpferd ständen sowieso immer an. Glücklicherweise trainiere auch ihr Freund viel im Fußballverein, so dass dieser Verständnis für ihren Intensiv-Sport habe. „Allerdings ist die Couch mein absolutes K.O.-Kriterium. Wenn ich da einmal liege,komme ich nicht mehr hoch“, gibt die Leistungssportlerin schmunzelnd zu.

Europameisterschaftals Abschluss

Dieses hohe Pensum möchte Kuhirt auf Dauer jedoch nicht mehr leisten: „Ich ziehe jetzt noch ein Jahr durch und dann komme ich sowieso ins Voltigier-Rentenalter“, sagt die ehemalige Deutsche Meisterin, die stets den Anspruch an sich selbst hat, ihr Leistungsniveau zu halten oder noch besser zu werden. „Erfülle ich diese Anforderungen an mich selbst nicht mehr, möchte ich aufhören. Der Sport ist eben extrem aufwendig und daher ist es sehr zeitintensiv, mein Level zu halten“, so die Voltigiererin. Aber bis dahin hat Kuhirt noch einiges vor sich. Schließlich trainiert sie im Moment hart dafür, mit der Europameisterschaft im August ihre sportlichen Erfolge mit einem Höhepunkt abzuschließen.