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Herner Unternehmen plant Archiv-Kompetenzzentrum

21.02.2016 | 17:11 Uhr
Herner Unternehmen plant Archiv-Kompetenzzentrum
Karl-Heinz Gockeln mit Archivbox und Vernichtungskiste. Er plant im Gewerbepark Hibernia ein Kompetenzzentrum.Foto: Jörg Schimmel

Herne.   Die Müntefering-Gockeln GmbH plant im Gewerbepark Hibernia ein Kompetenzzentrum zur Akten-Archivierung. Dazu soll auch Digitalisierung gehören.

Karl-Heinz Gockeln, Geschäftsführer der H.Müntefering-Gockeln Wertstoffrecycling & Containerdienst GmbH plant, seine Tätigkeiten um ein neues Geschäftsfeld zu erweitern: Der Unternehmer mit Sitz an der Hafenstraße möchte ein Kompetenzzentrum für die Archivierung und Vernichtung von Akten bauen. Standort soll der Gewerbepark Hibernia in Holsterhausen werden. Das sagte Geschäftsführer Karl-Heinz Gockeln im Gespräch mit der WAZ-Redaktion.

Karl-Heinz Gockeln sieht in diesem Bereich einen Wachstumsmarkt. Dazu muss man wissen, dass Städte, Verbände und Unternehmen gesetzliche Pflichten zur Aufbewahrung und Vernichtung von Dokumenten haben. Die Aufbewahrungspflicht kann - je nach Dokument - bis zu 30 Jahre oder gar lebenslang dauern.

Diese Nachfrage möchte Gockeln bedienen. Nach seinen ersten Planungen soll das Kompetenzzentrum - das an der Lindenallee entstehen soll - Platz für rund 90 000 Archivkisten bzw. 40 Kilometer Regallänge bieten. „Der Kunde kommt mit seinen Aktenordnern zu uns, diese werden dann einem bestimmten Stellplatz zugeordnet“, skizziert Gockeln die Funktionsweise. Ein Meter im Regal würde etwa einen Euro pro Monat Miete kosten. Als potenzielle Kunden kämen Stadtverwaltungen, zum Beispiel Herne und Bochum, sowie Unternehmen jeglicher Größe in Frage. Privatleute seien auch willkommen, um zum Beispiel Geburtsurkunden, Stammbücher und andere wichtige Dokumente einzulagern. Kunden könnten den Komplett-Service in Anspruch nehmen. Dabei holt das Unternehmen beim Kunden die Aktenordner in Archivkartons verpackt ab.

Kooperation mit der WfB

Nach ersten Kostenschätzungen könnte das Investitionsvolumen bei rund vier Millionen Euro liegen. Wobei die eigentliche Gebäudehülle gar nicht den größten Teil dieser Summe ausmache, so Gockeln. Das Gebäude müsse über eine entsprechende Klimaanlage sowie eine spezielle Löschanlage verfügen, damit im Brandfall Akten nicht durch Löschwasser zerstört würden. Für die Sicherheit der eingelagerten Akten würde ein Wachschutz sorgen, so Karl-Heinz Gockeln.

Darüber hinaus möchte er einen Digitalisierungsservice anbieten. Dies könne in Kooperation mit der Werkstatt für Behinderte (WfB) geschehen, erste Gespräche hätten bereits stattgefunden. Als Unternehmer müsse man sich auch seinen sozialen Verpflichtungen stellen und Menschen mit einer Einschränkung eine Aufgabe in der Gemeinschaft geben. Nach der Digitalisierung könnten die Akten einerseits über ein Webportal heruntergeladen werden, andererseits könnten sie durch das Kompetenzzentrum vernichtet werden. Für die Aktenvernichtung gebe es bereits eine erhebliche Nachfrage, berichtet Gockeln. Bei der Vernichtung würde streng nach der DIN-Norm 66399 gearbeitet. Neben Papier könnten aber auch Datenträger wie DVDs oder CDs unbrauchbar gemacht werden, auf der anderen Seite sei die Einlagerung von Festplatten aber auch möglich. Karl-Heinz Gockeln schätzt, dass mit dem neuen Service rund 50 neue Arbeitsplätze entstehen werden.

Tobias Bolsmann

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2016-02-21 17:11
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