Herner Unternehmen bietet 3D-Technik ohne Brille an

Jan Seifert (l.) und Max Jenrich rücken Bühnen ins richtige Licht.
Jan Seifert (l.) und Max Jenrich rücken Bühnen ins richtige Licht.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Herner Unternehmen „Green Event Engineering“ bietet Veranstaltungstechnik an. Neu im Angebotsspektrum ist „3D ohne Brille“.

Herne..  Es ist einer der großen Techniktrends der vergangenen, aber wohl auch kommenden Jahre: 3D - also die Darstellung von Bildern in drei Dimensionen. Immer mehr Kinofilm-Produktionen nutzen diese Technik, aber auch in anderen Bereichen kommt sie zunehmend zum Einsatz. Allerdings gab es bislang stets eine Voraussetzung: Wer den dreidimensionalen Effekt richtig auf sich wirken lassen wollte, musste eine entsprechende Brille aufsetzen. Das Herner Unternehmen „Green Event Engineering“ aus Holsterhausen hat - gemeinsam mit dem Essener Unternehmen Fairvent - eine 3D-Technik entwickelt, die ohne Brille auskommt.

Mit dieser Entwicklung sei man „weit vorne“ im Markt, erzählen die Geschäftsführer Max Jenrich (29) und Jan Seifert (26) im Gespräch mit der WAZ. Rund zwei Jahre habe die Entwicklung gedauert, inzwischen hat die 3D-Wand - mit einer Bildschirmdiagonale von 4,20 Meter und einer Auflösung, die schärfer als Ultra HD ist - ihre ersten Einsätze in der Praxis erfolgreich absolviert - etwa bei einer internen Veranstaltung des Pharmaunternehmens Ratiopharm.

Jenrich und Seifert sehen für „3D ohne Brille“ eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten: So könne sie hilfreich bei Schulungsfilmen in der Medizintechnik-Sparte sein, oder in der Automobilbranche. Es gebe erste Kontakte zu BMW. „Man kann 3D aber auch in allen Bereichen des Verkaufs oder an Messeständen einsetzen, um ein Produkt oder eine Marke aus der Masse hervorzuheben“, sagen die Geschäftsführer.

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass „Green Event Engineering“ bereits jetzt für eine Reihe von Unternehmen deutschland- und europaweit tätig ist, könnte „3D ohne Brille“ ein wichtiges neues Standbein werden.

Das klassische Geschäftsfeld ist bislang die Veranstaltungstechnik wie technischer Messebau und Bühnenbau. So bereitet die Firma unter anderem den Bands beim Uni-Fest in Bochum die Bühne, das Licht und den Ton. In der Liste der Referenzen finden sich aber auch Konzerne wie Eon oder Opel. Hinzu kommt die technische Betreuung der Düsseldorfer Coverband „Fresh Music live“, die ebenfalls sehr viele Firmen zu ihren Kunden zählt.

Keine Fläche in Herne gefunden

„Green Event Engineering“, das 2010 aus der Verschmelzung von zwei Vorgängerfirmen entstanden ist, erzielt mit acht festen und einer Reihe von freien Mitarbeitern etwa eine Million Euro Umsatz pro Jahr.

Doch dies geschieht seit einiger Zeit hauptsächlich in Gelsenkirchen. Jenrich und Seifert hätten neben dem Firmensitz - dabei handelt es sich um Seiferts Privatadresse - gerne auch Büroräume und Materiallager in Herne angesiedelt, doch es hätten sich keine geeigneten Flächen gefunden. So hätten sie sich für das Hibernia-Gelände interessiert, doch die Kriterien hätten nicht gepasst.