Herner Umweltschützer legt Kinderbuch vor

Sascha Regmann gründete im Jahr 2000 das Project Blue Sea. Das nichtkommerzielle Kinderbuch soll Lehrern als Unterrichtsmaterial dienen.
Sascha Regmann gründete im Jahr 2000 das Project Blue Sea. Das nichtkommerzielle Kinderbuch soll Lehrern als Unterrichtsmaterial dienen.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Die Umweltschützer vom Project Blue Sea will Schüler für die Vermüllung der Meere sensibilisieren – auch wenn das Thema keinen ,Kuschelfaktor’ habe.

Weit über zehn Millionen Tonnen – so viel Müll landet Jahr für Jahr im Meer, schätzen die Vereinten Nationen. Geht uns Binnenländer nichts an? Von wegen: „80 Prozent des Mülls werden über Flüsse eingeleitet“, sagt der Herner Umweltschützer Sascha Regmann vom Project Blue Sea. „Auch der Rhein-Herne-Kanal mündet irgendwann im Meer.“ Der 44-Jährige will gegen das allgemeine Desinteresse vorgehen – und hat nun ein Kinderbuch herausgebracht, das Schülern den Weg des Abfalls aufzeigen soll.

„Piwi und die Plastiksuppe“ heißt es und handelt von einem Pool-Putz-Roboter, der herausfinden muss, wie schädlich Müll im Meer ist: Tiere fressen ihn, gehen daran zugrunde, Plastikteilchen geben Gift in die Umgebung ab. . . Höchste Zeit für einen Gesinnungswandel! „Unser Ziel ist es, das Buch in den Schulalltag zu integrieren. Lehrer sollen sich melden“, sagt Regmann. Am Otto-Hahn-Gymnasium hat er schon vorgesprochen, die sechsten Klassen führen schließlich alljährlich nach Langeoog und hätten daher einen Bezug zum Meer – im Gegensatz zu vielen anderen Kindern.

Federführend war mit Angelika Heckhausen (60) eine freie Künstlerin, die in Fachkreisen zu einer gewissen Bekanntheit gelangt ist, weil sie angespülten Meeresmüll zu Kunstwerken weiterverwertet. Die Berlinerin ist sozusagen die Herner Meeresschutz-Depandance in der Hauptstadt. „Erdkunde, Biologie, Sachkunde, Projektwochen, Klassenfahrten ans Meer – die Bereiche, in denen das Buch in Schulen eingesetzt werden kann, sind vielfältig“, sagt Heckhausen. Das hochwertig und professionell anmutende Werk richtet sich an Kinder zwischen sechs und zehn Jahren.

Das Buch wird auch vom Umweltbundesamt vertrieben. 11 000 Exemplare umfasst die Startauflage, Nachdrucke sind geplant. Das Herner Projekt sieht sich 15 Jahre nach seiner Gründung zunehmend etabliert in der Naturschutz-Szene. Regmann: „Meeresmüll hat als Thema nicht so einen Kuschelfaktor. Das unterscheidet uns von Organisationen, die sich etwa für die Rettung von Babyrobben einsetzen.“