Herner Tageseltern haben neue Richtlinien

Tagesmütter in Herne werden in Zukunft besser bezahlt, müssen sich aber auch regelmäßig fortbilden.
Tagesmütter in Herne werden in Zukunft besser bezahlt, müssen sich aber auch regelmäßig fortbilden.
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Was wir bereits wissen
Die Herner Tageseltern haben neue Richtlinien: Im Zentrum steht die Sicherung der Betreuungsqualität und eine verbesserte Vergütung.

Herne..  Rund zwei Jahre dauerte die Entwicklung, im Mai verabschiedete der Rat schließlich die neuen Richtlinien für die Kindertagespflege, die der Verein „Herner Tageseltern“ gemeinsam mit dem Fachbereich Familie entwickelt hat. Die zentralen Punkte dieser Richtlinie sind die Qualitätssicherung und eine verlässliche Vergütung der Tagespflegepersonen.

Hintergrund für die verbindlichen Richtlinien, sei die Tatsache, dass sich die Kindertagespflege immer stärker in Richtung eines eigenständigen Berufsbilds entwickle, so Hildegard Thomée, Vorsitzende der Herner Tageseltern. Tageseltern - der Bedarf in er Stadt steige - hätten einen gesetzlichen Bildungsauftrag, der nun einen verbindlichen Rahmen erhält.

Pflicht zur Fortbildung

Ein Beispiel: In der Vergangenheit genügte es, mit einer Einführung von 35 Stunden eine Pflegeerlaubnis zu erhalten. In der Zukunft seien zusätzliche 130 Stunden Vertiefung verpflichtend, so Ester Mattern. Dieser Umfang werde in Zukunft noch erhöht. Darüber hinaus müssen Tageseltern in Herne mindestens einmal im Jahr an einer Fortbildung und an einer Veranstaltung der Herner Tageseltern teilnehmen.

Grundvoraussetzungen, um Tagespflegeperson zu werden, ist mindestens ein Hauptschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung; Sicherheit in der deutschen Sprache; ein Erstgespräch bei der Fachberatung zur persönlichen Eignung; ein Hausbesuch durch die Fachberatung; ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis sowie ein aktueller Erste-Hilfe-Kurs am Kind und Baby. Außerdem müssen Tageseltern Persönlichkeits- und Sachkompetenz sowie eine Kooperationsbereitschaft aufweisen und sie müssen bereit sein, eng mit dem Verein und dem städtischen Fachbereich Familie zusammen zu arbeiten.

Vielen Voraussetzungen und Pflichten stand in der Vergangenheit eine Vergütung gegenüber, nach der lediglich die geleisteten Betreuungsstunden bezahlt wurden - alles andere als eine ideale Situation. Wurde eine Tagesmutter krank, fiel der Verdienst weg. Das gleiche galt für Urlaub, aber auch, wenn ein Kind nicht mehr kam. Nach den neuen Richtlinien werden Tageseltern nach den bewilligten Stunden entlohnt.

Darüber hinaus sehen die Richtlinien Sondervergütungen vor. So wird nun die Bildungsdokumentation bezahlt, auch Sonderhonorierungen bei Übernachtungen und anderen außergewöhnlichen Betreuungen sind nun vorgesehen.

Hildegard Thomée freut sich, dass alle wichtigen Punkte in dem neuen Regelwerk umgesetzt worden sind.