Herner Studentin rettet Frau das Leben

Henrike Steden vor einer Foto-Wand mit ihren Freunden. Die waren übrigens sehr beeindruckt davon, dass die Studentin ihre Stammzellen gespendet hat.
Henrike Steden vor einer Foto-Wand mit ihren Freunden. Die waren übrigens sehr beeindruckt davon, dass die Studentin ihre Stammzellen gespendet hat.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Henrike Steden registriert sich sich bei der DKMS als Stammzellspenderin. Nur ein halbes Jahr später spendete die Studentin einer 53-jährigen tatsächlich Stammzellen.

Herne..  Ein Tatort am einem Sonntagabend im Sommer 2013 sollte ein Leben retten, ihres für immer verändern. Henrike Steden sitzt auf der Couch und fiebert mit, als die Bodensee-Kommissare im Mordfall an einem Leukämiepatienten ermitteln. Nach dem Krimi steht für sie fest: Ich registriere mich bei der Knochenmarkspenderdatei! Sie meldet sich bei der DKMS, gibt ihre Daten an, bekommt ein Spender-Set geschickt. Damals geht sie schon regelmäßig zum Blutspenden, rechnet nicht damit, jemals wieder etwas von der DKMS zu hören.

Spritzen haben Nebenwirkungen

Ein halbes Jahr später: Henrike Steden sitzt gerade an ihren Uni-Aufgaben, da klingelt mittags das Telefon. Man habe eine Patientin, die eine Knochenmarkspende brauche, ihre Merkmale passen mit Henrike Steden überein. Ob sie denn noch Interesse an einer Spende habe., fragt eine Frau von der DKMS. Die Studentin zögert nicht und sagt zu.

„Klar war ich überrascht. Dass da so schnell etwas kommt, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt die 22-Jährige. Es folgen Untersuchungen, Arztbesuche, Gespräche. Beim letzten bekommt sie eine Packung Spritzen. Die muss sie sich regelmäßig geben, damit sich ihre Stammzellen vermehren. Das kann sehr schmerzhaft sein, doch die Hernerin hat Glück: „Ich hatte Gliederschmerzen, nichts schlimmes.“ Die letzte Spritze muss der Papa geben, der kommt auch zur Stammzellspende in der Uniklinik Köln mit.

Patientin geht es wieder besser

In der Nacht vor der Spende kann die 23-Jährige, die an der Fachhochschule Dortmund Soziale Arbeit studiert, nur schlecht schlafen. Sie ist froh, dass ihr Vater mitgekommen ist. Dabei sind die Eltern vor der Spende sogar aufgeregter als sie.

World Blood Cancer Day am 28. Mai

Am nächsten Morgen in der Uniklinik: Zwei weitere Spender sitzen schon in einem kleinen Raum. Die Ärzte schließen Henrike Steden an ein Gerät an, das ihr Blut filtert. Es läuft ein Kinofilm. Nach wenigen Stunden ist es vorbei. Die 22-Jährige ist müde, aber zufrieden. „Die Spende selber war eigentlich ganz angenehm.“

Heute weiß Henrike Steden, dass die Patientin die Stammzellspende gut überstanden hat. „Sie ist eine 53-jährige Frau aus Deutschland. Mehr darf ich nicht wissen.“ Die Studentin schreibt der Frau einen Brief. „Doch der persönliche Kontakt konnte nicht hergestellt werden.“Wahrscheinlich habe die Patientin das nicht gewollt. Eines steht für Henrike Steden fest: Sie würde es wieder tun. Die Entscheidung, Stammzellspender zu werden, müsse jeder selber treffen. „Angst braucht man davor aber nicht haben!“