Herner Sparkasse blickt verhalten optimistisch auf 2015

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Die Herner Sparkasse ist zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2014. Auf 2015 blickt sie verhalten optimistisch - trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase.

Herne..  Die Kunden der Herner Sparkasse - es sind etwa 65 000 - sparen auch in Zeiten niedriger Zinsen. Das ist eine der zentralen Botschaften zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Beim Ausblick bestätigt Vorstands-Chef Hans-Jürgen Mulski die Konjunkturaussichten der WAZ-Umfrage: „Wir sind verhalten optimistisch.“ Wobei ihn eine ganz aktuelle Entwicklung sorgt. Die Eckdaten im Überblick:

Die Sparkasse steuert auf ein Betriebsergebnis von 19 Millionen Euro zu. Trotz des schwierigen Zinsumfelds habe sie ihre Substanz weiter stärken und Ausschüttungen an die Stadt sicherstellen können. Sie weist zum Ende des Jahres eine Bilanzsumme von 1,7 Milliarden Euro auf.

Die Sparkasse beobachtet bei den Kundeneinlagen eine Umschichtung hin zu kurzfristigen Anlageformen, das Geldmarktkonto gehörte zu den begehrtesten Anlageformen. Mulski: „Die Kunden bevorzugen liquide Anlageformen, um rasch handeln zu können.“ Er betont, dass sich das Sparen trotz niedriger Zinsen lohnt. Wer die Vorsorge vernachlässige, dem fehle im Alter zurückgelegtes Kapital sowie entgangene Zinsen. Die Kundeneinlagen haben laut Mulski 1,3 Milliarden Euro erreicht.

Wegen der geringen Verzinsung verzeichnete die Sparkasse einen Anstieg des Aktiengeschäfts um vier Prozent auf 144 Millionen Euro, bei Investmentfonds lag der Zuwachs sogar bei 39 Prozent auf knapp 28 Millionen Euro. Dennoch sitze bei den Menschen die Unsicherheit gegenüber Aktien tief.

Sinkender Zinsüberschuss

Das Kreditgeschäft bewegte sich etwa auf dem Niveau von 2013. Das Neugeschäftsvolumen lag bei rund 120 Millionen Euro. Bei den Unternehmen registrierte das Kreditinstitut eine Zurückhaltung, die auf die globalen Unsicherheiten zurückzuführen sei. Bei den Privatkunden sank die Nachfrage nach Krediten - trotz der günstigen Zinsen. Die Darlehenszusagen schrumpften um 15 Prozent auf 47 Millionen Euro. Bei der privaten Wohnungsbaufinanzierung sank der Wert um acht Prozent auf 32 Millionen Euro.

Das niedrige Zinsniveau hinterlässt ihre Spuren in der Ertragslage der Sparkasse. Da alte Verträge - mit höheren Zinsen - auslaufen und neue - mit niedrigen - hinzukommen, sank der Zinsüberschuss um mehr als zwei Millionen Euro. Bis 2019 könnte der Zinsüberschuss um weitere sechs Millionen Euro sinken.

Mulskis große Sorge: die Entwicklung in Griechenland. Sollte das Land tatsächlich seine Schuldenzahlungen einstellen, könnte das eine große Verunsicherung und eine neue Eurokrise auslösen. Mit Folgen für alle Menschen.