Herner Schüler sind nun auch Unternehmer

Die Schüler des Mulvany-Berufskollegs sind seit Mittwoch auch Genossenschaftsmitglieder.
Die Schüler des Mulvany-Berufskollegs sind seit Mittwoch auch Genossenschaftsmitglieder.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Jugendliche des Mulvany-Berufskollegs haben gestern ihre Genossenschaft „Schoolbucks“ gegründet und lernen so das echte Wirtschaftsleben kennen.

Herne..  Versammlungen können eine trockene Angelegenheit sein: Wahl eines Versammlungsleiters, Erläuterung einer Satzung, Wahlen des Vorstands - viel Routine. Es kann aber auch etwas Besonderes sein. Wie gestern: Schüler des Mulvany-Berufskollegs hoben mit einer Gründungsversammlung im LWL-Museum die Schülergenossenschaft „Schoolbucks“ aus der Taufe (die WAZ berichtete). Unter dem Namen Schoolbucks soll in Zukunft die Cafeteria des Kollegs nach einer mehr als zweijährigen Pause wiedereröffnet und betrieben werden.

Firmengründungen, so Schulleiterin Elke Vormfenne, habe es auch in der Vergangenheit gegeben, doch seien sie nicht nachhaltig gewesen. Darüber hinaus führt das Mulvany-Berufskolleg zwar seine Schüler mit dem Wettbewerb „Start up at School“ ans Wirtschaftsleben heran, doch dabei handelt es sich nur um eine Simulation.

Schoolbucks ist anders, weil die Genossenschaft seit gestern ganz real existiert und - aller Voraussicht nach - nachhaltig sein wird. Der Grund: Das Angebot an Verpflegung am Kolleg wird dringend gebraucht. „Wir glauben, dass Schüler eines kaufmännischen Kollegs in der Lage sein sollten, eine Cafeteria zu betreiben“, betonte Vormfenne. Sie ist der festen Überzeugung, dass die Genossenschaft etwas ganz Besonderes sein wird. Unter anderem deshalb, weil die Schüler sie ausdrücklich wollten. Schoolbucks habe zwei Alleinstellungsmerkmale: Sie hat zwei weitere Genossenschaften - den Wohnungsverein Herne und die Volksbank Bochum/Witten - als Paten und Begleiter. Und die Schüler übernehmen Personalverantwortung, denn sie stellen Mitarbeiter ein. Vormfenne: „Das ist ein großes Unterfangen.“

OB Horst Schiereck betonte, dass Schoolbucks nicht nur die Schulgemeinschaft fördere, sondern ganz ausgezeichnet auf das spätere Berufsleben vorbereite.

Wohnungsverein-Vorstand Karl-Heinz Abraham, der die Idee ans Berufskolleg herangetragen hatte, zeigte sich beeindruckt von der Gründungsversammlung sowie von der Tatsache, dass die ganze Schule hinter dem Projekt stehe. Die Genossenschaft biete einen intensiven Einblick in die Wirtschaftswelt. „Einen größeren Multiplikator als die Schule kann man gar nicht finden, um die Idee der Genossenschaften transportieren“, so Abraham - der in den Schoolbucks-Aufsichtsrat gewählt wurde.