Herner Politik stimmt gegen Bebauung am Ententeich

Der Ententeich in Herne-Süd. Die Herz-Jesu-Gemeinde wolle auf ihrem Grundstück in diesem beliebten Grüngebiet ein „Betreuungshaus“ bauen. Dieser Bauvoranfrage hat die Politik jetzt einen Riegel vorgeschoben.
Der Ententeich in Herne-Süd. Die Herz-Jesu-Gemeinde wolle auf ihrem Grundstück in diesem beliebten Grüngebiet ein „Betreuungshaus“ bauen. Dieser Bauvoranfrage hat die Politik jetzt einen Riegel vorgeschoben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Am Ententeich wird es keine Bebauung gebern: Der Planungsausschuss folgte dem Vorschlag der Stadt, das Areal als öffentliche Grünfläche zu sichern.

Herne..  Das war deutlich: Bei nur einer Gegenstimme von Piraten-AL hat sich der Stadtplanungsausschuss am Dienstag auf Vorschlag der Verwaltung gegen die Bebauung einer Fläche im Naherholungsgebiet am Ententeich in Herne-Süd durch die katholische Herz-Jesu-Gemeinde ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung am 12. Mai im Haupt- und Personalausschuss dürfte damit nur noch Formsache sein.

Das Grundstück soll dauerhaft als Grünfläche gesichert werden, so der Tenor von Stadt und Politik im Ausschuss. Wie berichtet, hatte die Kirchengemeinde bei der Stadt eine Bauvoranfrage für die Errichtung eines „Betreuungshauses“ auf ihrem Grundstück im Bereich Im Wietel/Eichenweg gestellt.

Der vor über 40 Jahren aufgestellte Bebauungsplan würde dies zulassen. Gleichzeitig hatte Pfarrer Ludger Plümpe aber auf Anfrage der WAZ erklärt, dass die Gemeinde das Grundstück nicht mehr benötige und es deshalb an die Stadt verkaufen wolle.

Rolf Ahrens (Grüne) übte verhaltene Kritik am Vorgehen der Stadt und sprach von einem „unglücklichen Verfahren“. Die Verwaltung hätte im Vorfeld mit der Gemeinde über einen Kauf des Grundstücks reden beziehungsweise verhandeln können; dadurch hätten die Kosten für die Stadt möglicherweise reduziert werden können. Hintergrund: Wenn die Politik letztlich dem Vorschlag der Stadt folgt und das Areal vom Baugebiet zur Grünfläche umwidmet, dann muss die Kirchengemeinde dafür entschädigt werden.

Baudezernent Karlheinz Friedrichs wies diesen Einwurf der Grünen zurück. Die Gemeinde sei vor ihrer Bauvoranfrage nicht an die Verwaltung herangetreten, erklärte er. Wie berichtet, hatte Herz Jesu im Vorfeld gegenüber besorgten Bezirkspolitikern und Bürgern sogar bestritten, dass es überhaupt Baupläne für das Areal gibt. Hellhörig geworden waren Bürger im vergangenen Jahr durch Vermessungstrupps auf dem Grundstück.

Ingo Heidinger (Piraten-AL) begründete die Ablehnung seiner Fraktion damit, dass man sich nicht an einem „Pokerspiel“ beteiligen wolle. Für die finanzschwache Stadt würden hier erhebliche Kosten anfallen, so der Stadtverordnete. Seine Ratskollegen wollten ihm hier nicht folgen. Kai Gera, der für dieses Gebiet zuständige SPD-Stadtverordnete, sprach vielmehr ein „dickes Lob“ an die Verwaltung für deren konsequentes Handeln aus. Eine Bebauung würde die Grünfläche am Ententeich erheblich verändern, so Gera.

Neues Wohnquartier an der Castroper Straße

Mehr Gegenwind gab es für die Stadt im Planungsausschuss beim Bebauungsplan Castroper Straße. Auf dem einst von der Gärtnerei Lülf und der Landwirtschaft genutzten Gelände soll ein Wohnquartier entstehen.

Gegen die Stimmen von Grünen, Linkspartei und AfD folgte der Ausschuss diesem Vorschlag der Verwaltung. „Das Baugebiet ist zu umfangreich“, sagte Rolf Ahrens (Grüne) und berief sich dabei u.a. auch auf eine kritische Stellungnahme des städtischen Fachbereichs Umwelt.