Herner Politik meldet „Riesenberatungsbedarf“ fürs GMH an

Die Stadt will ihr Gebäudemanagement neu aufstellen. Im Februar sollten im Rat neue Gutachten auf den Weg gebracht werden. Daraus wird wohl nichts.
Die Stadt will ihr Gebäudemanagement neu aufstellen. Im Februar sollten im Rat neue Gutachten auf den Weg gebracht werden. Daraus wird wohl nichts.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
In der Februarsitzung des Rats wollte die Stadt Weichen für die Neuaufstellung des Gebäudemanagements stellen. Daraus wird wohl nichts.

Herne..  Der Zeitplan der Verwaltung für die Neuaufstellung des städtischen Gebäudemanagements (GMH) ist wohl nicht zu halten: SPD und CDU signalisierten am Donnerstag im Finanzausschuss, dass sie in der Ratssitzung am 24. Februar noch keinen Beschluss fassen können. „Wir haben einen Riesenberatungsbedarf“, erklärte SPD-Fraktions-Vize Udo Sobieski.

Wie berichtet, hat die Unternehmensberatung KPMG ein erstes Gutachten für die Stadt erstellt, das der Politik offenbar noch immer nicht komplett vorliegt. Die Verwaltung wollte ursprünglich in der nächsten Ratssitzung weitergehende Gutachten u.a. zur Gründung einer Projektgesellschaft für Schulsanierungen sowie einer kurzfristigen Bestandsaufnahme über den baulichen Zustand der städtischen Gebäude auf den Weg bringen.

Verdi hatte im Vorfeld kritisiert, dass durch einen solchen Beschluss bereits eine Weichenstellung erfolgen würde. Am Ende könnte die „Abwicklung“ von GMH stehen, so die Befürchtung von Verdi. „Es wird keine Abwicklung geben“, so der kommissarische GMH-Geschäftsführer Thomas Bruns im Ausschuss.

Im Finanzausschuss wurde zum Teil harsche Kritik an GMH laut. Er sei „fassungslos“, sagte Andreas Prennig (Piraten-AL) angesichts der Tatsache, dass ein externes Gutachten zur Bestandsanalyse von der Stadt mit bis zu 800 000 Euro veranschlagt wurde. Um seine Fassungslosigkeit zu veranschaulichen, wählte Prennig dieses Bild: Die Stadt ist eine Bäckerei, die sich nun von einer Unternehmensberatung sagen lassen muss, wie man Brötchen backt.

Bruns wies den Vorwurf zurück. Und nach Einschätzung von CDU-Fraktions-Chef Markus Schlüter sei der Ansatz für die Bestandsaufnahme sogar eher zu niedrig.

Leichten Gegenwind fürs GMH gab es aber auch aus der SPD: Udo Sobieski kritisierte, dass das Gebäudemanagement der Politik nicht signalisiert habe, dass die vor zwei Jahren mit einem neuen Programm (Epikur) gestartete Bestandsanalyse nicht vorankomme. Nach Angaben von Thomas Bruns hat GMH erst 25 Prozent des städtischen Immobilienbestands erfasst. Das sei darauf zurückzuführen, dass die Mitarbeiter die Erfassung immer wieder durch andere Aufgabe unterbrechen müssten.

Wie schon der GMH-Betriebsausschuss stimmte der Finanzausschuss nicht über die Vorschläge der Stadt zur Erteilung weiterer Gutachten ab, sondern nahm die Vorlage nur zur Kenntnis.