Herner Planetarium mit neuem System ausgestattet

Mit dem neuen, digitalen Projektionssystem kann nun die gesamte Kuppel des Planetariums beleuchtet werden.
Mit dem neuen, digitalen Projektionssystem kann nun die gesamte Kuppel des Planetariums beleuchtet werden.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Mitglieder der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft renovierten das Observatorium in Eigenarbeit und bieten nun auch Vorführungen für Gruppen an.

Herne..  Die sich drehende Kugel in der Mitte des kleinen Planetariums leuchtet in einem satten Orange und stellt die Venus dar. Kurz darauf erscheint auf ihr die Erde. Über sie hinweg fegen Wolken, aber auch andere Wetterphänomene wie Wirbelstürme sind auf ihr zu erkennen. „Das Wetter eines Jahres ist auf der Kugel in einem Zeitraffer dargestellt“, sagt Ralf Schellenberg, Schriftführer und Vorstandsmitglied der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft, die am Dorneburger Park die Sternwarte und das Planetarium betreibt.

Dieses hat nun ein neues, digitales Projektionssystem, mit dessen Objektiv die gesamte Kuppel beleuchtet werden kann. Der aktuelle Himmel, die Milchstraße, Planeten und auch Sternschnuppen können nun von unserer Stadt aus in einer naturgetreuen Darstellung beobachtet werden. „Das ist einfach nicht zu vergleichen mit den rudimentären Möglichkeiten, die wir bei unserem alten System hatten“, freut sich Schellenberg.

Halbjährige Tüftelarbeit

Die Projektionstechnik mit der Kugel, die auf das Projektionssystem oben auf gesetzt werden kann, gibt es deutschlandweit nur ganz wenige Male. „Einen eigenen Namen hat das System nicht“, so der astronomiebegeisterte Schellenberg. Das Besondere: Die Mitglieder des Vereins haben ihr neues digitales Projektionssystem nach Vorbild eines französischen Tüftlers in Eigenarbeit gefertigt. Ein umgekehrt eingebautes Objektiv und ein Fish-Eye-Objektiv (engl.: Fischaugen-Objektiv) sorgen dafür, dass die Kuppel im 180 Grad-Winkel ausgeleuchtet werden kann. Millimeter genaue Abmessungen sind nötig, damit dieses System funktioniert. „Wir haben erst mal ein halbes Jahr daran getüftelt und geschaut, welchen Beamer und welche Objektive wir benötigen“, erzählt Schellenberg. Ein Jahr hat die Arbeitsgemeinschaft insgesamt an ihrem neuen Konzept gearbeitet und dieses selbstständig finanziert. Knapp 3000 Euro hat das neue System letztlich gekostet. „Kleinere Planetarien haben so etwas in der Regel nicht. Das ist ein Riesenschritt für uns“, ist das Vorstandsmitglied stolz auf die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit.

Neben dem neuen System hat das Planetarium nun auch ein neues Steuerpult. Außerdem ist die Kuppel neu gestrichen worden. „Wir haben unsere Räumlichkeiten komplett renoviert“, sagt Schellenberg. Als nächstes sollen nun noch die Holzstühle im kleinen Planetarium erneuert und eine Bank mit geneigter Rückenlehne eingebaut werden, um Nackenstarren bei den Besuchern zu verhindern. „Bislang fehlt uns für diese Erneuerungen aber noch das nötige Geld“, so Schellenberg.