Herner Piraten stehen hinter OB-Kandidat Reinke

Bei der Linkspartei konnte er bereits punkte, nun überzeugte er auch die Mitglieder der Piraten: OB-Kandidat Thomas Reinke (Grüne).
Bei der Linkspartei konnte er bereits punkte, nun überzeugte er auch die Mitglieder der Piraten: OB-Kandidat Thomas Reinke (Grüne).
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Thomas Reinke (Grüne) punktet: Nach der Linken signalisierten auch die Piraten, dass sie sich den 41-Jährigen als OB-Kandidaten vorstellen können.

Herne..  Willkommen zum fröhlichen „Grillen“! Auf den „Rost“ kamen am Mittwochabend bei der gemeinsamen Versammlung der Ratspartner Piraten und Alternative Liste (AL) aber keine Bratwürste, Rippchen oder Nackensteaks, sondern Thomas Reinke. Der OB-Kandidat der Grünen wurde im AL-Büro an der Wanner Mozartstraße 120 Minuten lang „gegrillt“, wie die Piraten ihre Kandidatenbefragungen nennen.

Am Ende der Versammlung sprachen sich die zehn anwesenden Piraten einstimmig dafür aus, den Stadtverordneten (41) als gemeinsamen Kandidaten bei der OB-Wahl am 13. September ins Rennen zu schicken. Formal bestätigt werden soll dies auf einer Wahlversammlung der Piraten am 14. März. Und die AL? Man wolle die Befragung erst noch ein, zwei Tage „sacken“ lassen, kündigte Ingo Heidinger (AL) an. Die Linke will Reinke am Sonntag nominieren. In der FDP stellt sich der Grüne am Mittwoch vor.

Und womit konnte Reinke die Piraten überzeugen? Wohl vor allem durch seine Schwerpunktsetzung: Mehr Bürgerbeteiligung, mehr Transparenz – „das sind für mich zentrale Schlagwörter“. Das gelte auch für die Piraten, sagte Ratsherr Bernd Schroeder und fragte sich, warum Reinke bei den Grünen gelandet ist.

Auch die „Bestenauslese“ bei Personalentscheidungen der Stadt sei ihm wichtig, sagte der Grüne. Ist er denn der beste Kandidat? Die Voraussetzungen fürs OB-Amt bringe er mit, sagte der selbstbewusste Kommunalpolitiker und verwies unter anderem auf seinen Job als Lehrer („das soll in Herne eine gute Voraussetzung sein“), seine frühere Funktionärstätigkeit beim DSC Wanne-Eickel und seine einstige Selbstständigkeit mit einer Medien- und Marketingagentur.

Zustimmend zur Kenntnis genommen wurde auch seine Kritik an der SPD und verkrusteten Strukturen: Nicht Argumente, sondern das Motto „weil wir das so wollen“ bestimmten (zu) häufig die Mehrheitsentscheidungen in Herne. Auch vermisse er einen leidenschaftlicheren Einsatz des OB beim Kampf um eine bessere Finanzausstattung der Kommune. Auf die Frage nach Visionen für Herne forderte Thomas Reinke, dass Herne sich stärker als Wohnort für Studenten profilieren und das Potenzial der Stadtmitarbeiter stärker gefördert werden müsse.

In seinen stets wortreichen Beiträgen („ich kann viel und laut quasseln“) ließ Reinke auch eine Entschuldigung nicht vermissen: „Tut mir leid, dass ich keine Frau bin“, sagte der Stadtverordnete in Anspielung auf die Tatsache, dass die Grünen ursprünglich eine Frau nominieren wollten. Mit Frauen haben es aber offenbar auch Piraten und AL nicht so: Am „Grillen“ nahmen 16 Männer und nur eine Frau teil.