Herner Pfarrer begleitete Außenminister Steinmeier in Afrika

Der Herner Pfarrer Martin Domke (2.v.r.) während seiner Afrika-Reise mit Außenminister Frank-Walter-Steinmeier (l.)
Der Herner Pfarrer Martin Domke (2.v.r.) während seiner Afrika-Reise mit Außenminister Frank-Walter-Steinmeier (l.)
Foto: Domke
Was wir bereits wissen
Martin Domke war nun auf Afrika-Reise mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Nach seiner Rückkehr sprach die WAZ mit dem Herner Pfarrer.

Herne..  Pfarrer Martin Domke hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier auf seiner Afrika-Reise vom 19. bis 23. Februar mit Stationen in der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda begleitet. Die WAZ sprach mit dem 59-Jährigen nach der Rückkehr der Delegation.

Wie kam es zu Ihrer Reise?

Die Herner SPD-Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering hat das vermittelt. Ich hatte von der Reise gehört und im Gespräch mit ihr mein Interesse gezeigt. Da hat sie sich eingeschaltet – erfolgreich.

Woher kam Ihr Interesse?

Die Fragen der Menschenrechte in Afrika, die bei der Reise eine große Rolle spielten, sind ja auch bei uns im Kirchenkreis durch unsere Partnerschaft mit der Baptistenkirche in Bukavu im Ostkongo seit über 30 Jahren ein ganz wichtiges Thema. Wir sind da im ständigen Dialog, besuchen uns gegenseitig, machen gemeinsame Projekte.

Haben Sie sich in der Steinmeier-Delegation einbringen können?

Ja, als Mitglied der kulturellen Delegation. Im ostkongolesischen Goma konnte ich darüber hinaus etwa an einer Veranstaltung zum so genannten Mediendialog teilnehmen, in Kigali in Ruanda an Gesprächen mit Vertretern der Zivilbevölkerung. Menschen in den beiden Ländern begegnen sich seit dem ruandischen Genozid 1994 und den Kriegen in den folgenden Jahren mit Misstrauen und gegenseitigen Vorurteilen. In dem Mediendialog treffen sich beispielsweise junge Journalisten, arbeiten zusammen und entwickeln gemeinsame Projekte. So wird Vertrauen geschaffen, es entsteht bei vielen ein anderes, realistischeres Bild vom fremden Nachbarn.

Haben Sie auch an den politischen Gesprächen teilgenommen?

Nein, daran waren auf deutscher Seite nur der Außenminister und die vier Bundestagsabgeordneten beteiligt. Ich habe aber auf dem Rückflug ausführlich mit Steinmeier und seinen Mitarbeitern sprechen können.

Was haben Sie dem Außenminister gesagt?

Dass sich die Bundesregierung weiter für die Einhaltung der Menschenrechte in Afrika und die Probleme des illegalen und gewaltsamen Rohstoffabbaus einsetzen soll. Der Schutz der Zivilbevölkerung muss dabei ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Die Menschen müssen sich etwa durch ihre Felder selbst ernähren können, ohne ständig bedroht zu werden. Außerdem muss der hohe Grad an Korruption bekämpft werden, die Morde an Journalisten und Oppositionspolitikern müssen aufhören.

Haben Sie durch Ihre Reise etwas erreichen können?

In Berlin haben wir nun einen Fuß in der Tür. Mit dem Afrika-Referenten im Außenministerium Matthias Veltin habe ich ebenfalls lange gesprochen, wir haben eine gute Vertrauensbasis geschaffen. Ihn kann ich nun anrufen, wenn ich etwa Wichtiges habe, oder ihn treffen will, wenn ich mal in Berlin bin.

Wann geht’s wieder nach Afrika?

Schon nächsten Mittwoch. Diesmal aber wird es ein schlichter Arbeitsbesuch. Erst geht es nach Tansania, dann nach Kigali und Goma. Dabei werden wir gemeinsame Aktivitäten mit unseren Partnern vorbereiten, etwa ein großes internationales Seminar 2016.