Herner Parkinsonzentrum spürt Schluckstörungen auf

Dr. Lars Keller mit dem neuen Untersuchungsgerät.
Dr. Lars Keller mit dem neuen Untersuchungsgerät.
Foto: EvK´
Was wir bereits wissen
Das Parkinsonzentrum am Evangelischen Krankenhaus Herne - Standort Eickel - hat ein neues Untersuchungsgerät für Patienten mit Schluckstörungen.

Herne..  Pünktlich zum heutigen Welt-Parkinson-Tag ist das neue Untersuchungsgerät für Patienten mit Schluckstörungen im Parkinsonzentrum am Evangelischen Krankenhaus Herne - Standort Eickel - eingetroffen.

Ab Mai kann das EvK diese Untersuchung für seine Patientinnen und Patienten anbieten. „Das ist eine wichtige Erweiterung unseres Leistungsspektrums, da Menschen mit Morbus Parkinson im fortgeschrittenen Stadium auch unter Sprech- und Schluckstörungen leiden“, sagt Dr. Lars Keller, Leitender Abteilungsarzt. Diese neurogenen Schluckstörungen sind bei zunehmender Krankheitsdauer und Intensität mitverantwortlich für nicht selten auch tödlich verlaufende Lungenentzündungen.

Das Problem bei Schluckstörungen ist, dass sie in leichterer Form bereits in sehr frühen Stadien der Erkrankung auftreten. Nur bleiben sie dann in der Mehrzahl der Fälle unentdeckt. „Daher ist es aus medizinischer Sicht wichtig, Schluckstörungen so früh wie möglich festzustellen und sie gezielt und individuell zu behandeln“, betont Dr. Keller. Die Untersuchung nehmen Ärzte und Logopäden gemeinsam vor in einem eigens neu dafür eingerichteten Raum auf der Parkinsonstation im EvK in Herne-Eickel.

Kooperation mit Selbsthilfegruppe

Die Diagnostik und Therapie der Schluckstörungen fällt zu großen Teilen in den Bereich der Logopädie. Darüber hinaus existiert seit einigen Jahren eine technische Zusatzuntersuchung mit der Bezeichnung FEES (Fiberoptische endoskopische Evaluation des Schluckaktes), mit der es bereits schon einige Erfahrungen beim Feststellen von Schluckstörungen bei Schlaganfallpatienten gibt. Mittlerweile hat diese FEES auch in einigen Parkinsonzentren Einzug gehalten, um diese frühen Schluckstörungen zu klassifizieren und entsprechend zu behandeln.

Im Parkinsonzentrum am EvK Herne in Eickel werden inzwischen seit drei Jahren Menschen mit Bewegungsstörungen wie zum Beispiel Morbus Parkinson oder mit anderen Parkinsonsyndromen behandelt. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit der Herner Parkinson-Selbsthilfegruppe der Deutschen Parkinson Vereinigung unter der Leitung von Hans-Peter Meyer. Die Gruppe trifft sich regelmäßig immer am ersten Dienstag im Monat im EvK Herne-Mitte an der Wiescherstraße.