Herner OB entwickelt Entertainer-Qualitäten

Ausgzeichnet, nicht geadelt: OB Horst Schiereck (re.) ehrte im Rat den SPD-Stadtverordneten Peter Worbs. Dieser ist seit knapp 46 Jahren in den bürgerschaftlichen Gremien aktiv.
Ausgzeichnet, nicht geadelt: OB Horst Schiereck (re.) ehrte im Rat den SPD-Stadtverordneten Peter Worbs. Dieser ist seit knapp 46 Jahren in den bürgerschaftlichen Gremien aktiv.
Foto: Bodemer
Was wir bereits wissen
Im September endet die Amtszeit von OB Schiereck. In seiner drittletzen Ratssitzung entwickelte er in dieser Woche fast schon Entertainer-Qualitäten.

Herne..  Freut sich da jemand über das nahende Ende seiner Amtszeit? Auffällig ist es schon, wie die Laune des im September ausscheidenden Oberbürgermeisters Horst Schiereck von Ratssitzung zu Ratssitzung steigt.

Am Dienstag entwickelte die Stadtspitze im Rat fast schon Entertainer-Qualitäten. So fühlte man sich zum Beispiel an die Sendung mit der Maus erinnert, als Schiereck dem Linken Roland Bärwald anschaulich erklärte, wie dieser ins Mikrofon zu sprechen habe, um im Ratssaal auch gehört zu werden.

Bei der Ehrung des langjährigen SPD-Stadtverordneten Peter Worbs merkte der OB an, dass Worbs bis auf die Erhebung in den Adelsstand ja so gut wie alle Auszeichnungen erhalten habe. Und die süffisante Anspielung von Dorothea Schulte (Grüne) auf eine verschwurbelt formulierte Verwaltungsvorlage konterte er mit dem Hinweis, dass er sich eine so gewählte Ausdrucksweise mit korrekt formulierten Nebensätzen mal in den Printmedien wünschen würde. Später spannte er dann noch den Bogen zur Abitur-Arbeit von Thomas Gottschalk.

Wenn das so weitergeht, kann die Verwaltung bei der letzten Ratssitzung unter OB Horst Schiereck am 18. August Eintritt nehmen.

Flughafenbau im Faktencheck

Ist der Grüne Rolf Ahrens ein unhöflicher Mensch? Elisabeth Majchrzak-Frensel Elisabeth (SPD) ist offenbar der Meinung: Ja! „Manchen fehlt einfach das Benehmen“, sagte die Sozialdemokratin am Donnerstag im Planungsausschuss in Richtung Ahrens, als dieser ihren Vortrag mit einem – zugegebenermaßen recht amüsanten Zwischenruf – unterbrach.

Der Grüne ergriff in der Sitzung aber auch offiziell das Wort. So wählte er für seine Kritik an der langen Leitung der Stadt bei der Erstellung eines Grünflächenentwicklungsprogramms einen Vergleich: „Die Entwicklung des Grünflächenkatasters dauert länger als der Bau des Berliner Flughafens.“ Das war natürlich ein Schenkelklopfer, aber stimmt denn das überhaupt?

Der WAZ-Faktencheck ergab: Nein! Der erste Spatenstich für den Flughafen Berlin-Brandenburg erfolgte 2006, das Grünflächenkataster wurde in Herne erst 2011 auf Vorschlag der damals noch partnerschaftlich verbundenen Fraktionen von SPD und Grünen verabschiedet. Dass die Stadt nach dem Aus der Zweckehe auffällig wenig Elan bei der Erstellung des auf Grünen-Initiative erfolgten Beschlusses an den Tag legte, ist natürlich trotzdem richtig.

Immerhin: Im Herbst werde die Stadt das Kataster vorlegen, kündigte Dezernent Karlheinz Friedrichs im Ausschuss an. In welchem Herbst, sagte er übrigens nicht . . .