Herner Narren bauen Bus zum Prinzenwagen um

Die Herner Karnevalisten bauen zurzeit in Sodingen an ihrem neuen Prinzenwagen, der aus einem alten Bus entsteht.
Die Herner Karnevalisten bauen zurzeit in Sodingen an ihrem neuen Prinzenwagen, der aus einem alten Bus entsteht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein alter Bus verwandelt sich: Die Herner Karnevalisten sägen, streichen und hämmern zurzeit fast täglich an ihrem Prinzenwagen.

Herne..  In der engen Garage ist es kalt, es riecht nach Zigarettenqualm und frischer Farbe. Auf einem Holztisch stehen leere Bierflaschen. Holger Hoster trägt einen fleckigen Arbeitspullover. Der 70-Jährige sitzt im umgebauten Bus auf dem Boden und sägt an einer Leiste. Funken sprühen. In einer Ecke streichen zwei Männer ein Schild weiß.

Seit knapp zwei Wochen arbeiten die Karnevalisten vom 1. Herner Karnevalsgesellschaft an ihrem neuen Prinzenwagen. Der Zeitplan ist straff. Beinahe jeden Tag stehen die Männer nachmittags in der Sodinger Garage und sägen Bretter, streichen Außenwände oder arbeiten am Podest für den Prinzen. Der hat auch den alten Bus besorgt, ist er doch ehemaliger Busfahrer. Praktisch: Der Verein muss so weniger Leute zur Absicherung des Wagens bereitstellen. Wonneproppenwagen, Kükenwagen und die alte Lok Emma bleiben übrigens so wie in den vergangenen Jahren. Nur der Prinzenwagen musste dieses Jahr erneuert werden.

Fenster müssen weichen

Es sind nur noch wenige Sitze im Bus, die übrig gebliebenen sind von einer dicken Staubschicht bedeckt. Über eine steile Holztreppe geht’s nach oben aufs Podest: Vorsicht! Frisch gestrichen! Von dort werden Peter I., Manuela II. und die Adjutanten das jubelnde Volk mit Kamelle beglücken. Noch fehlt die Holzkiste, in der die Bonbons auf ihren großen Auftritt warten. Die Garagendecke ist zu niedrig. Mit den hohen Kisten auf dem Dach würde der Bus nicht mehr durchs Tor passen. Das haben die Karnevalisten genau berechnet.

Unter dem Bus liegen dicke Glassplitter. Die Jecken brauchen keine Fenster – „wir feiern auch bei Regen und Schnee“, sagt Klaus Mahne. „Außerdem wirft die Prinzengarde doch auch von unten mit Kamelle.“ Die Fenster mussten die Männer mit einem dicken Hammer raushauen. Einige bedauern wohl immer noch, dass der Bus nicht mehr Scheiben hatte. Wie genau der noch recht schmucklose Bus dann dekoriert wird, wollen die Karnevalisten noch nicht verraten. Nur so viel: Ali Baba hätte vermutlich seine Freude am Herner Straßenkarneval.

Beim Umbau haben die Jecken an alles gedacht. Schließlich muss der TÜV den Wagen noch abnehmen. Und was passiert eigentlich, wenn die Prinzessin mal muss? Ein kleiner Holzverschlag an der hinteren Tür zeigt die Lösung: ein Campingklo. Einziger Nachteil: die Tür ist natürlich aus Glas. „Mal schauen, ob wir da noch was vormachen“, sagt Klaus Mahne. „Ist doch Karneval...“

Viel Geld für Umbau und Kamelle

Knapp 2000 Euro hat der Verein für den Umbau des 25 Jahre alten Busses ausgegeben. Anschließend soll der Bus aber auch die nächsten Jahre halten.

Viel Geld hat der Verein sicher auch für die knapp drei Tonnen Kamelle ausgegeben. Die 230 Vereinsmitglieder werden die Bonbons unters Volk bringen.