Herner Nahverkehrsplan stößt nicht nur auf Zustimmung

Die Linie 312 soll nicht verändert werden. Dieser Forderung aus der Bürgerschaft in Herne-Süd ist im neuen Entwurf des Nahverkehrsplans Rechnung getragen worden.
Die Linie 312 soll nicht verändert werden. Dieser Forderung aus der Bürgerschaft in Herne-Süd ist im neuen Entwurf des Nahverkehrsplans Rechnung getragen worden.
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Was wir bereits wissen
Der überarbeitete Entwurf des Nahverkehrsplans für Herne-Mitte und Sodingen ist der Politik vorgestellt worden. Dabei wurde auch Kritik laut.

Herne..  Die Fortschreibung des Nahverkehrsplans für die Bezirke Herne-Mitte und Sodingen ist am Donnerstag erstmals politisch beraten worden. Trotz der nach den Bürgerprotesten erfolgten Korrekturen gab es nach wie vor Kritik an dem Entwurf. Den formalen Beschluss soll der Rat am 1. Dezember fassen.

Elisabeth Majrzchak-Frensel (SPD) und Barbara Merten (CDU) lobten in der Ausschusssitzung, dass die Stadt bzw. das beauftragte Büro Planungshaus (Köln) die Kritikpunkte von Bürgern aus dem Herner Süden eingearbeitet hätten. Wie berichtet, ist der zentralen Forderung – keine Änderungen auf der Linie 312 – entsprochen worden. Die Bewertung der SPD, dass die Fortschreibung zu „erheblichen Verbesserungen im ÖPNV-Angebot“ führen werde, wollten Grüne und Piraten-AL allerdings so nicht unterschreiben.

Von Licht und Schatten sprach Rolf Ahrens (Grüne). Negativ bewertete er zum Beispiel die HCR-Linie 367, die recht leistungsschwach sei und nach wie vor fast parallel zu einer Bogestra-Linie verlaufe.

Keine Bewertung von Eingaben

Der Nahverkehr sei leider nicht so organisiert, dass es eine Zusammenarbeit zwischen den Nahverkehrsunternehmen gebe. Ahrens und auch Ingo Heidinger (Piraten-AL) vermissten in der Vorlage die detaillierte Dokumentation der eingegangenen Stellungnahmen aus Bürgerschaft und Politik sowie das Ergebnis der Prüfung dieser Eingaben. Heidinger wies darauf hin, dass ihm in dem neuen Entwurf zum Beispiel die Bewertung einer Bürgeranregung zum Takt der U 35 fehle.

Berthold Böhl vom Planungshaus betonte, dass man sich sehr wohl die Herne tangierenden Linien der Bogestra und der Vestischen angesehen habe. Hier habe man aber „keinen Änderungsbedarf“ erkennen können, sagte Böhl.

Ratsherr Ingo Heidinger stellte schließich noch den Vorschlag in den Raum, den Beschluss über den Herner Nahverkehrsplan noch einmal um ein halbes Jahr zu verschieben. Begründung: In Bochum laufe zurzeit die Planung für den Nahverkehr an. Bei einer späteren Beschlussfassung in Herne könne man die Konzepte besser aufeinander abstimmen. Eine Reaktion auf diesen Vorschlag gab es hicht.