Herner Linke setzt auf Politikwechsel statt auf Personen

Der Herner Linke-Chef Markus Dowe (rechts) - hier mit  Ex-Sozialdemokrat Oskar Lafontaine bei einer Wahlkampfkundgebung am Buschmannshof.
Der Herner Linke-Chef Markus Dowe (rechts) - hier mit Ex-Sozialdemokrat Oskar Lafontaine bei einer Wahlkampfkundgebung am Buschmannshof.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Hernes Linke-Chef Markus Dowe würde sich über eine Wahl seines Parteifreundes Bodo Ramelow in Thüringen freuen, setzt aber vor allem auf Inhalte.

Herne..  Im Thüringer Landtag könnte am heutigen Freitag mit Bodo Ramelow erstmals ein Politiker der Linkspartei zum Ministerpräsidenten gewählt werden – wenn denn alle Mitglieder der designierten Koalition aus Linke, SPD und Grünen dem 58-Jährigen die Stimme geben werden. Freude ja, Stolz oder Euphorie nein – so reagiert der Herner Linke-Vorsitzende Markus Dowe auf dieses sich abzeichnende historische Ereignis. Auch für Herne schließt er eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der SPD nicht grundsätzlich aus.

„Es wäre nicht die erste Landesregierung, an der die Linke beteiligt ist“, sagt Markus Dowe mit Blick auf Thüringen. Ob nun ein Linke-Mitglied an der Spitze einer Landesregierung steht oder nicht, spiele für ihn aber eine untergeordnete Rolle: „Wichtig ist, dass es unter unserer Beteiligung zu einem wirklichen Politikwechsel kommt“, so der Linke-Chef zur WAZ.

Der Linkspartei sei dies in den Ländern recht gut gelungen, sagt Dowe. 1998 kam es in Mecklenburg-Vorpommern zur ersten rot-roten Landesregierung von SPD und Linke - allerdings unter Führung eines Sozialdemokraten. Von 2002 bis 2011 regierten SPD und Linke beziehungsweise PDS die Bundeshauptstadt Berlin. Auch in Nordrhein-Westfalen – die Linke duldete hier bis 2012 die rot-grüne Minderheitsregierung unter Hannelore Kraft – sei die Handschrift deutlich geworden: „Ohne uns wären beispielsweise die Studiengebühren nicht abgeschafft worden.“

In Herne hält Dowe eine Zusammenarbeit - welcher Art auch immer - mit den Sozialdemokraten ebenfalls für vorstellbar: „Dann müsste die SPD aber wesentlich transparenter werden als bisher. Das wäre noch ein weiter Weg.“ Dowe schließt nicht aus, dass es in der rot-schwarzen Ratsehe bald kriseln könnte – und zwar schon nach einer Wahl von Frank Dudda (SPD) zum Oberbürgermeister.