Herner Kulturpolitiker haben keine Einwände gegen „JeKits“

Begegnung mit der Musik fremder Kulturen: Auch das ist Jeki. Hier Schüler mit Sängerin Mariem Hassan aus der Westsahara und ihrer Gruppe.
Begegnung mit der Musik fremder Kulturen: Auch das ist Jeki. Hier Schüler mit Sängerin Mariem Hassan aus der Westsahara und ihrer Gruppe.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Gerald Gatawis (Musikschule) berichtete dem Kulturausschuss am Dienstag über das neue Landesprogramm „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“.

Herne..  Wenn sich nach den Sommerferien „JeKi“ in „JeKits“ verwandelt, hat in Herne damit offensichtlich niemand ein Problem. Der Kulturausschuss jedenfalls hatte nach dem Vortrag des stellvertretenden Musikschulleiters Gerald Gatawis in der Sitzung am Dienstag keine Einwände. Wie berichtet wird das Programm „Jedem Kind ein Instrument“ zum Schuljahr 2015/16 landesweit von „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ abgelöst. Es bleibt den Schulen überlassen, einen der drei Schwerpunkte zu wählen.

Die Herner Schulen, so stellte sich heraus, halten dabei überwiegend am Bewährten fest. „Nur die Grundschulen am Berliner Platz und an der Flottmannstraße haben ,Tanzen’ gewählt“, berichtete Gatawis den Kulturpolitikern. „Alle anderen bleiben bei den Instrumenten.“ Für den Schwerpunkt Tanzen ist eine Kooperation mit der Jugendkunstschule vereinbart.

„Die wesentliche Änderung ist, dass im dritten und vierten Schuljahr die Förderung durch das Land völlig entfällt“, erklärte Gatawis den Kulturpolitikern. Es sei aber mit allen Grundschulen abgesprochen, dass dort der Musikunterricht weiterlaufe. In den ersten beiden Jahren unterscheiden sich „JeKi“ und „JeKits“ inhaltlich in Nuancen. Im ersten Jahr werden kostenlos Grundlagen vermittelt, je nach Schwerpunkt folgt im zweiten Jahr dann, je nach Ausrichtung, eine Stunde Instrumentalunterricht plus eine Stunde im Orchester oder zwei Stunden im Tanzensemble oder im Chor.

„JeKi“ wie „JeKits“ werden durch Elternbeiträge und Landesmittel finanziert. Das Land zahlt jetzt statt der Zuschüsse pro Schüler eine Lehrkraftkostenpauschale. Die monatlichen Elternbeiträge für die Kinder liegen bei 23 Euro statt vorher 20 Euro (Instrumente), 17 Euro (Tanz) und 12 Euro (Singen).

Auf der Basis der jetzigen Zahlen sei die Förderung für die ersten beiden Klassen „wesentlich besser“, hat Gerald Gatawis ausgerechnet. Aktuellen Einnahmen von 122 000 Euro ständen bei „JeKits“ rund 144 000 Euro gegenüber. Da die momentane Förderung im dritten und vierten Schuljahr ohnehin geringfügig sei, werde ihr Wegfall und der Wechsel der beiden Schulen in den Schwerpunkt Tanzen kompensiert.

Grundsätzlich einverstanden

Während Barbara Merten (CDU) zwar grundsätzlich einverstanden war, aber bedauerte, dass „JeKi“ nicht zumindest wahlweise weitergeführt werden kann, zeigte sich Peter Worbs (SPD) froh, dass durch Umschichtungen fehlende Einnahmen ausgeglichen würden. Nach einer Fortsetzung des Tanzens im dritten Jahr fragte Erhard Nierstenhöfer (Piraten/AL). Diese könne die Jugendkunstschule auf Wunsch anbieten, so Gerald Gatawis.

Das Programm „Jedem Kind ein Instrument“ wurde 2007 in Herne eingeführt.

15 Grundschulen und eine Förderschule nehmen aktuell am Programm JeKi und demnächst an JeKits teil.

Im ersten (kostenfreien) Jahr machten knapp 809 Kinder mit. Der Jeki-Unterricht ist für die Kinder an den teilnehmenden Schulen verpflichtend.

Im zweiten Schuljahr sind momentan noch 200 Kinder angemeldet. Sie musizieren auf Leihinstrumenten ihrer Wahl, von Baglama bis Blockflöte.

Aus dem dritten Schuljahr sind zur Zeit noch 68 Kinder dabei, aus dem vierten 50. JeKi läuft 2017/18 aus.