Herner Jugendverkehrsschule ist wieder in Betrieb

Verkehrsminister Groschek freut sich über den Einsatz
Verkehrsminister Groschek freut sich über den Einsatz
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Seit März betreibt die Verkehrswacht Wanne-Eickel den Fahrradübungsplatz ehrenamtlich. Verkehrsminister Michael Groschek kam am Mittwoch zur symbolischen Fahrradübergabe.

Herne..  Ein gutes Vorbild ist der Oberbürgermeister nicht. Gibt er doch ganz offen zu, dass er beim Radfahren keinen Helm trägt. Und das bei einem Termin an der Jugendverkehrsschule in Wanne. Der kleine Verkehrsübungsplatz an der Karlstraße stand anderthalb Jahre still. Im März hat die Verkehrswacht Wanne-Eickel die ehrenamtliche Betreuung der Jugendverkehrschule übernommen. Grundschüler üben dort das verkehrssichere Fahren auf dem Fahrrad. Damit auch Kinder ohne Fahrrad und Helm mitmachen können, stellten das Land, die Verkehrswacht und Sponsoren 24 Fahrräder und 15 Helme zur Verfügung.

Kinder kennen Verkehrsregeln nicht

Eine Gruppe Viertklässler der Josefschule schnappt sich die neuen, knallgrünen Fahrräder und dreht die ersten Runden über den Parcours. Vor dem Abbiegen den Arm raushalten, beim Miniatur-Stopp-Schild berühren beide Beine den Boden. Die Schüler machen das nicht zum ersten Mal, wissen sie doch, dass am Zebrastreifen die Fußgänger Vorrang haben. Da heißt es warten, bis der Klassenkamerad die kleine Straße überquert hat. Ein Junge schneidet die Kurve, doch Klassenlehrer Lars Göring hat’s gesehen. Wieder zurück auf Anfang!

Seit mehr als 50 Jahren gibt es die Jugendverkehrsschule an der Karl­straße. Früher habe sich ein Mitarbeiter der Stadt um das Gelände gekümmert. Als der 2003 in den Ruhestand ging, mussten andere Lösungen her. Doch die Arbeit mit Aushilfskräften habe sich nicht bewährt, heißt es von der Stadt.

Gesamtwert von 56 000 Euro

Anderthalb Jahre wurde das Gelände nicht mehr genutzt. Seit knapp einem Monat kümmert sich jetzt die Verkehrswacht um die Jugendverkehrschule und darf dafür ihre Materialien in den daneben liegenden Räumen lagern. „Für uns ist das eine prima Sache“, sagt Horst Trampedach von der Verkehrswacht. Man wolle die Jugendverkehrsschule solange betreiben, wie es möglich sei.

Groschek: Städte müssen investieren

Die Wichtigkeit von Verkehrserziehung sei den Verantwortlichen bewusst. So seien Verkehrsregeln heutzutage vielen Kindern nicht bekannt, sagt Oberbürgermeister Horst Schiereck. „Das liegt daran, dass Eltern ihre Kinder am liebsten bis zur Tafel fahren wollen.“

Und auch Verkehrsminister Michael Groschek nimmt die Eltern in die Pflicht: „Schule ist keine Ersatzinstitution. Eltern müssen ihre Erziehungsaufgaben selber in die Hand nehmen!“ Dazu gehöre es auch, Kinder verkehrssicher zu machen. Dass das Land in die Verkehrssicherheit investiere, sei selbstverständlich, sagt Groschek. Aber auch die Städte müssten sich beteiligen. „Das ist schließlich eine Investition in die Zukunft. Die Städte werden so stark bezuschusst, da dürfen Unfallschwerpunkte durch schlechte Straßen eigentlich nicht sein.“