Herner Jugendliche lernten die Kunst der Graffiti kennen

So macht man Graffiti: Das lernten über Pfingsten Kinder und Jugendliche an der Jugendkunstschule von Dennis Hübner (l.). Ihre Entwürfe entwickeln (v.l.)  Marla (12), Meike (13), Carla 12), Lena (11), Vivien (12), David (10) und Maja (11).
So macht man Graffiti: Das lernten über Pfingsten Kinder und Jugendliche an der Jugendkunstschule von Dennis Hübner (l.). Ihre Entwürfe entwickeln (v.l.) Marla (12), Meike (13), Carla 12), Lena (11), Vivien (12), David (10) und Maja (11).
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Die Jugendkunstschule lud Kinder und Jugendliche zum Lehrgang. Das angeeignete Wissen, sagt der Dozent, können sie täglich einsetzen.

Herne..  Schon von weitem hört man das Klackern der Spraydosen, es riecht nach Lackfarbe, neun fröhliche Kinder und Jugendliche sind bei der Arbeit und üben sich im Graffiti-Malen. Gefolgt sind sie dabei einer Einladung der Jugendkunstschule Wanne-Eickel, die über Pfingsten einen viertägigen Workshop auf dem Programm hatte.

Dozent Dennis Hübner zeigte sich am Sonntag, dem zweiten Tag, zufrieden mit seinen kleinen Lehrlingen: „Es ist wirklich toll, wie eifrig hier alle bei der Sache sind. Es braucht eben mehr als bloß ein paar Sprühdosen.“ Und so bereiteten sich die Kinder am ersten Tag mit eigenen Zeichnungen und Schablonen auf das Thema Graffiti vor: Welche Arten gibt es, wie sehen die aus? Was bedeutet Graffiti? Solche und andere Fragen erörterte der Dozent mit ihnen.

„Graffiti-Maler haben heutzutage viel zu bieten, vor allem in der Werbung. Das sind keine Sprayer, wie man es früher oft verächtlich sagte, sondern richtige Künstler. Mir ist es wichtig, mit alten Klischees aufzuräumen“, erklärt der 35-Jährige. Maja Meister ist voller Begeisterung: „Ich finde das richtig cool, es einmal selbst auszuprobieren.“ Die elfjährige Schülerin ist in Berlin zum ersten Mal auf ein großes Street-Art-Graffito aufmerksam geworden. Seitdem fasziniert sie die Kunst: „Rosa war irgendwann langweilig, also habe ich mir für mein Zimmer eine Graffiti-Tapete gewünscht.“

Für Anfänger und Fortgeschrittene

An den vier Tagen, jeweils vormittags, nimmt sie mit acht weiteren Mitstreitern an dem Workshop teil. „Wir bieten dies nun bereits zum zweiten Mal in Folge über die Pfingsttage an. Sowohl Anfänger als auch Fortgerittene nehmen daran teil. Der zehnjährige David fühlt sich schon als kleiner Profi: „Ich habe Anfang des Jahres bei einem Wochenend-Kurs mitgemacht und jetzt habe ich zu Hause schon ein Artbook“, erklärt er stolz. Mit einfachen Mitteln lernen die Kinder, wie sich etwa ein Schriftzug verformen lässt. Dabei erfolgt zunächst die Grundierung auf einer kleinen Mini-Leinwand mit Lackfarbe. Da dies sehr geruchsintensiv ist, findet es draußen im Garten der Jugendkunstschule statt. Anschließend wird der Schriftzug mit einem Bleistift vorgefertigt und zum Schluss mit einem Lackstift finalisiert.

„Die Kinder entwickeln ein besonderes Gefühl für Buchstaben. Ich vermittle ihnen hier Wissen über etwas, das ihnen jeden Tag begegnet. Und sie begegnen dadurch ihrer Umwelt mit einer ganz besonderen Sensibilität“, fasst Hübner zusammen. Am letzten Tag gestalteten die Teilnehmer dann eine Gemeinschaftsproduktion und sprühten ein Graffiti auf eine große Folie.