Herner Forscher haben Erfolg beim Kampf gegen den Krebs

Gewebeproben werden entnommen, um Krebszellen zu identifizieren.
Gewebeproben werden entnommen, um Krebszellen zu identifizieren.
Foto: Axel Heimken
Was wir bereits wissen
Wissenschaftler des Marien Hospitals Herne können in einer Studie nachweisen, dass eine neue Therapieform nicht nur wirksam ist, sondern auch die Lebensqualität von Patientinnen mit Eierstock- und Bauchfellkrebs erhöht. Ihre Ergebnisse präsentierten sie bei einem internationalen Symposium in Herne.

Herne.. Es ist ein Kampf, der seit Jahrzehnten tobt, der immer wieder Rückschläge brachte, aber auch Fortschritte: die Forschung zur Heilung von Krebs. Ein Wissenschaftler-Team am Marien Hospital Herne meldet nun einen ermutigenden Erfolg im Kampf gegen einen erneut auftretenden Eierstockkrebs.

In einer Studie des Marien Hospital unter der Leitung von Prof. Dr. Clemens Tempfer, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, wurde der Einsatz der Druck-Aerosolchemotherapie bei Patientinnen mit wiederkehrendem Eierstockkrebs und Metastasen im Bauchfell untersucht. Die ersten Ergebnisse sind ermutigend.

Bei der sogenannten PIPAC-Therapie werden Chemotherapeutika gezielt in die Bauchhöhle eingeführt, um die Krebsgeschwüre direkt zu erreichen und zurückzudrängen. Dieser neue Weg mit bereits zugelassenen Medikamenten wurde für die Therapie gegen Eierstock- und Bauchfellkrebs gewählt, da diese Wirkstoffe sofort in das erkrankte Gewebe eindringen.

Rückgang des befallenen Gewebes bei 78 Prozent

Die Studie erstreckte sich von Februar 2013 bis März 2014. Teilnehmerinnen der Studie waren 69 Frauen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands, die sich freiwillig dazu entschlossen hatten. Als Voraussetzung für die Teilnahme galt, dass sie bereits zum wiederholten Male an Eierstockkrebs litten und sich im Bauchfell Metastasen gebildet hatten. Ein weiteres Kriterium war, dass eine platinhaltige Chemotherapie bei den Betroffenen keinerlei Wirkung erzielt hatte. In Abständen von sechs Wochen erhielt jede Teilnehmerin insgesamt drei Behandlungen.

„Eine der Zielgrößen, die wir gemessen haben, war der Rückgang des krebsbefallenen Gewebes“, berichtet Clemens Tempfer. Dieser Rückgang lag bei 78 Prozent. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, sagt Tempfer. Zudem wurden die Erhöhung der Lebensqualität, der Verlauf der Nebenwirkungen und der PC (Peritonealcarcinose) Index untersucht. Mithilfe des PCI lässt sich bestimmen, wie weit die Ausdehnung des Tumors im Bauchfell fortgeschritten ist. Je niedriger der PCI-Wert ist, desto geringer ist die Verbreitung der Krebszellen. Die Mediziner konnten geringere PCI-Werte und eine Erhöhung der Lebensqualität nachweisen. „Leichte und mäßige Nebenwirkungen wie Übelkeit hatten die Patientinnen auch während unserer Untersuchung. Allerdings konnten wir keine schwerwiegenden Nebenwirkungen feststellen“, so Tempfer.