Herner Flüchtlingsunterkünfte sind restlos belegt

Ab Ende Februar soll das ehemalige Flender/Siemens-Werk an der Herner Südstraße umgebaut und sukzessive bezogen werden. 175 Flüchtlinge könnten dort untergebracht werden.FUNKE Foto Services
Ab Ende Februar soll das ehemalige Flender/Siemens-Werk an der Herner Südstraße umgebaut und sukzessive bezogen werden. 175 Flüchtlinge könnten dort untergebracht werden.FUNKE Foto Services
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Was wir bereits wissen
Um weitere Flüchtlingen unterbringen zu können und die dichte Belegung zu entzerren, mietet Herne weitere Häuser an, erfuhr der Sozialausschuss.

Herne..  „Unsere Kapazitäten sind restlos erschöpft“: Brigitte Bartels, Leiterin des städtischen Fachbereichs Soziales, ließ gestern bei ihrem Bericht im Sozialausschuss über die Unterbringung von Flüchtlingen keinen Zweifel an der zurzeit für alle Beteiligten schwierigen Situation. In den verschiedenen Herner Einrichtungen und angemieteten Häusern leben mit Stand von Dienstag, 17. Februar, 423 Flüchtlinge aus 27 Nationen. Von der als „sozialverträglich“ bewerteten zwei Drittel-Belegung sei die Stadt inzwischen weit entfernt: Dann dürften nur 280 bis 290 der Plätze belegt sein. 171 der Flüchtlinge kämen aus Ländern, die als „sicher“ einstuft werden; dazu gehören zum Beispiel Bosnien, Herzegowina, Mazedonien, Serbien, Ghana und der Senegal. Einige Gerichte zweifelten aber diese Einstufung wegen schlechter Erfahrungen bei Abschiebungen an, schränkte sie ein. Auf der anderen Seite könnten 127 der Flüchtlinge in Herne mit einem positiven Ausgang ihrer Verfahren rechnen.

Die Stadt hat in den vergangenen Monaten vieles unternommen, um die Unterbringung zu gewährleisten und zu verbessern. Es wurden ganze Häuser angemietet, das ehemalige Siemens-Werk an der Südstraße soll sukzessive ab Ende Februar umgebaut und bezogen werden. Dort könnten dann 175 Flüchtlinge unterkommen (die WAZ berichtete). Außerdem sollen drei Häuser an der Dorstener Straße 30-32 für 70 Personen angemietet werden, die dort zum 1. Mai einziehen könnten. Weitere Verhandlungen über Häuser an der Paul­straße und der Dorstener Straße liefen. Innerhalb von zwei bis drei Monaten könne so Platz für etwa 280 Flüchtlinge geschaffen werden. So schnell wie möglich bringt die Stadt Flüchtlinge in „normalen“ Wohnungen unter: „Wir haben im Augenblick mehr Wohnungsangebote als Familien, die für einen Umzug geeignet sind“, so Bartels.

Beim Herner Ehrenamtsbüro melden

Sowohl Bettina Szelag (CDU) als auch Dorothea Schulte (Grüne) wiesen darauf hin, dass viele Herner die Flüchtlinge unterstützen wollen - ob in den Unterkünften oder in der als vorübergehende Erstaufnahme eingerichteten Görresschule, in der sich jetzt 84 Flüchtlinge aufhalten. Weil ihr eigener Fachbereich dies zurzeit nicht leisten könne, so Bartels, sollten sich alle, die sich engagieren wollen, an das Ehrenamtsbüro wenden: 16 3548 oder 16 2595. Dort würden die Meldungen gesammelt und koordiniert. Dorothea Schulte und Andreas Ixert (Linke) hielten das für zu wenig: „Es müssen Ansprechpartner da sein, die inhaltlich helfen können“, so Schulte. Auch darum wolle man sich kümmern, sicherte Bartels zu. Eine Prognose über die weitere Entwicklung wagte sie nicht: „Das kann sich stündlich ändern.“