Herne

Herner finanzieren Hebammenausbildung in Burkina Faso

Über die Grenzen Hernes hinaus engagieren sich (v. l.) Simone Lauer und Prof. Dr. Dirk Strumberg ( Marien Hospital Herne), Dr. Ute Leifert und Dr. Iris Veit (Herner-Ärztinnen-Netz). Im Hintergrund: die drei ausgewählten  Schülerinnen.
Über die Grenzen Hernes hinaus engagieren sich (v. l.) Simone Lauer und Prof. Dr. Dirk Strumberg ( Marien Hospital Herne), Dr. Ute Leifert und Dr. Iris Veit (Herner-Ärztinnen-Netz). Im Hintergrund: die drei ausgewählten Schülerinnen.
Foto: Foto: Ralph Bodemer
Mithilfe des Herner-Ärztinnen-Netzes und des Marien Hospital Herne werden drei Afrikanerinen zu Geburtshelferinnen und können so Leben retten.

Herne.  In Deutschland ist es selbstverständlich, in Burkina Faso aber nicht – die medizinische Betreuung und die Unterstützung durch eine Hebamme auf dem Weg zum eigenen Kind. Die Folge ist, dass in Afrika jährlich 165 000 Frauen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt sterben. Und das wollen und können das Herner Ärztinnen-Netz und das Marien Hospital Herne nicht mehr hinnehmen.

„Afrika braucht Hebammen“ ist der Leitsatz des neuen Projektes, das nun den ersten drei afrikanischen Frauen in Burkina Faso die Ausbildung zur Hebamme ermöglichen wird. „Bildung ist die Grundlage dafür, dass sich ein extrem armes Land entwickeln kann“, fasste Dr. Iris Veit, Hausärztin in Herne und Gründerin des Herner-Ärztinnen-Netzes, den Grundgedanken des Projektes in einem Pressegespräch zusammen.

Drei Frauen wurden ausgewählt

Geboren ist die Idee durch einen Vortrag von Dr. Ute Leifert, einer pensionierten Gynäkologin im Ärztinnen-Netz, die sich in Afrika über den Verein „AMPO - Hilfe für Kinder in Burkina Faso Westafrika“ bereits seit zehn Jahren engagiert. „AMPO ist mittlerweile eine große Organisation, die zum Beispiel Waisenhäuser, Schulen und Krankenstationen in Burkina Faso errichtet hat und unterhält“, erklärte Leifert.

Drei afrikanische Schülerinnen einer AMPO-Schule haben nun die Chance, sich als Hebamme ausbilden zu lassen: Christine, Samiratou und Rakieta bewarben sich für die Ausbildung und setzten sich gegen einige weitere Bewerber durch.

„Der Lebenslauf von allen drei jungen Frauen war sehr berührend“, sagte Veit. So sei zum Beispiel eine der Frauen selbst Vollwaisin, jüngstes von neun Kindern und lebe bei der Frau ihres Bruders. Die Mutter einer anderen sei eine von vier Frauen ihres Vaters und habe somit kein Anrecht auf Schulgeld für ihre Tochter. „An jeder Geschichte kann man sehen, wie sehr sie sich bemühen, etwas aus ihrem Leben zu machen. Dazu gehört nicht nur Fleiß, sondern auch eine große Portion Mut“, so Veit.

Hebammen retten Leben

Dass der Beruf der Hebamme in einem Land, in dem es kein Gesundheitssystem gibt, besonders wichtig ist, machte Leifert schnell deutlich: „Präeklampsie, was zu Leberversagen führt, Verbluten und Infektionen wie das Kindbettfieber sind die häufigsten Todesgründe bei werdenden Müttern. Die Hebammen könnten durch gezielte Vorsorge genau dieses Krankheiten verhindern.“ Auch bei der Entbindung seien sie eine wichtige Stütze, könnten notfalls Zangengeburten durchführen.

Etwa 5000 Euro kostet die Ausbildung einer Hebamme, zwei von dreien übernimmt das Marien Hospital finanziell. „Es gibt auch ein Leben jenseits von Herne. Gerne unterstützen wir Projekte über die Grenzen unserer Kliniken hinweg“, erklärte Simone Lauer, Mitglied der Geschäftsführung der St. Elisabeth Gruppe das Engagement.